Nachbessern am Umsiedlungsstandort für Landwirtschaft und Tierhaltung

Landwirtschaft und Tierhaltung : Nachbesserung am Umsiedlungsstandort

Am Umsiedlungsstandort für Keyenberg und Kuckum sollen zusätzliche Flächen für die Landwirtschaft und Tierhaltung ausgewiesen werden. Platz für sechs bis acht Höfe sowie Weideflächen für Pferde sollen am Rand der Siedlung entstehen.

Dies berichtete der Erkelenzer Planungsamtsleiter Manfred Orth in der jüngsten Sitzung des Braunkohleausschusses. Das bestehende Flächenangebot sei nicht ausreichend, um bestehende Landwirtschaft umzusiedeln. Dies hatte der Tagebaubetreiber RWE Power mitgeteilt und sieht akuten Nachbesserungsbedarf, da im Rahmen der Verhandlungen von Landwirten Interesse an einem Fortbestand der Höfe nach der Umsiedlung bekundet worden war.

Das Unternehmen hat zwischenzeitlich reagiert und zwischen dem Umsiedlungsstandort und dem benachbarten Mennekrath landwirtschaftliche Flächen erworben. Auf knapp 13 Hektar soll ein entsprechendes Angebot für die umzusiedelnden Betriebe geschaffen werden. Seitens der Stadt wurde daher eine Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet.

Eine weitere Änderung wird nötig, weil am Umsiedlungsstandort derzeit keine Pferdehaltung eingeplant ist und entsprechende Flächen vorgesehen sind. Nun sollen zwei Flächen von zwei und drei Hektar am Ortsrand Richtung Borschemich (Wasserwerk) und eine am nordöstlichen Ortsrand entsprechend umgewidmet werden. Dann sind dort die Haltung von Pferden und die Errichtung von Witterungsschutzhütten möglich. Über die endgültige Änderung der Flächennutzungspläne wird auf der nächsten Ratssitzung entschieden.

Die Umsiedlung schreitet derweil voran, wie der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, berichtete. Von den insgesamt 457 Grundstücken seien mittlerweile rund 200 verkauft. 65 Bauten seien fertiggestellt, weitere 88 befänden sich im Bau. Derzeit lebten bereits 212 Einwohner im Umsiedlungsort, davon allein 119 in Keyenberg (neu). Dementsprechend seien an den Altorten bereits für rund 71 Prozent der Gebäude Kaufverträge mit RWE Power abgeschlossen worden, für 13 Prozent laufen derzeit die Verhandlungen und vier Prozent befinden sich in der Gutachterphase. Bei zwölf Prozent der Gebäuden sei der Status noch offen beziehungsweise habe noch kein Kontakt mit dem Unternehmen stattgefunden.

Der Endausbau der Straßen sei noch nicht so weit fortgeschritten, erläuterte Lurweg weiter. Dies liege daran, dass noch nicht genügend Gebäude vollständig errichtet seien. Auf Bitte der Grünen soll nun aber die Marktfläche in Kuckum (neu) frühzeitig gestaltet werden, damit dort die nächste Maifeier stattfinden kann.

Der Fußweg zwischen Keyenberg (neu) und Borschemich soll eine klimaneutrale Solar-Beleuchtung bekommen. Diese solle „zügig umgesetzt“ werden.

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