Myhl: Neues Gebäude und neues Fahrzeug eingesegnet

Feuerwehr Myhl : Neues Gebäude und neues Fahrzeug eingesegnet

Ein äußerst kontrovers diskutiertes Projekt, der Neubau des Feuerwehr-Gerätehauses in Myhl, hat in einem Festakt zu seiner offiziellen Einsegnung nun doch ein versöhnliches Ende gefunden.

„Der Neubau war schon eine spezielle Geschichte“, betonte Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) in seiner Begrüßung mit Blick auf die Debatten um den neuen Standort des Gebäudes, die in dem ansonsten doch eher ruhigen, beschaulichen Ort vor drei Jahren entstanden waren.

„Aber was wir heute hier sehen, kann uns alle beruhigen“, sagte Winkens. Nach langen Diskussionen und guten Überlegungen habe man nun diesen Standort gewählt, der alle zufrieden stellen könne. Winkens ließ den Weg der politischen Entscheidungen vom Beginn im Bauausschuss im August 2016 bis zur Fertigstellung im November 2018 noch einmal Revue passieren. 385 Quadratmeter Nutzfläche habe das neue Gebäude, das in seiner Ausstattung normalerweise zwischen 1,2 und 1,6 Millionen Euro kosten würde, erklärte er. Dank der eigenen Planung durch den bei der Stadt beschäftigten Architekten Hermann-Josef Limburg und dessen Überwachung der Bauarbeiten habe man das Haus jedoch für knapp 571.000 Euro realisieren können, betonte er und dankte seinem Mitarbeiter in der Verwaltung für diese Leistung ausdrücklich.

Nicht unerwähnt ließ Winkens das neue Fahrzeug, einen Gerätewagen-Gefahrgut im Wert von 215.000 Euro. Beides, Gebäude und Fahrzeug, sowie die Myhler Kameraden, die dazwischen Aufstellung genommen hatte, segnete anschließend Pfarrer Gerd Neumann, der dazu das Weihwasser mit vollen Händen aus einem alten Feuerwehrhelm schöpfte. Wenn ein Feuerwehr-Gerätehaus und ein Einsatzfahrzeug im Rahmen eines Festakts zeitgleich ihrer Bestimmung übergeben würden, sei dies schon ein eher seltenes Ereignis.

„Heute können wir mal beides erleben!“, freute sich da natürlich auch Holger Röthling, Leiter der Wassenberger Feuerwehr. Auch er dankte Hermann-Josef Limburg „für die offene, konstruktive, harmonische Zusammenarbeit.“ Das Ergebnis könne sich sehen lassen. Endlich verfüge man über ein Gerätehaus, das den geltenden Unfallverhütungsvorschriften genüge und über entsprechende Umkleide- und Sanitärräume, einen großen Schulungsraum mit Terrasse und eine große Fahrzeughalle mit drei Stellplätzen verfüge. Zudem ersetze der neue Gerätewagen-Gefahrgut gemäß Brandschutzbedarfsplan den 33 Jahre alten Rüstwagen und den 26 Jahre alten Gerätewagen-Gefahrgut.

Röthling dankte zudem allen Kameraden der Myhler Löschgruppe, die an der Planung des neuen Fahrzeugs beteiligt waren und lud alle Gäste ein, sich nach Abschluss der Übergabe die Details durch den Kameraden Jochen Küppers erklären zu lassen.

Kreisbrandmeister Klaus Bodden bedankte sich in seinem Grußwort für das Engagement der Stadt Wassenberg für ihre Feuerwehr. Hier würden die Vorgaben des Brandschutzbedarfsplans zielgerichtet und gut umgesetzt. „Das verdient meine Anerkennung“, betonte er.

Nach weiteren Grußworten der kommissarischen Schulleiterin Doris Wingertszahn, die sich auch für die Einrichtung einer Feuerwehr-AG an der Grundschule bedankte, und Ortsvorsteher Rainer Peters ergriff auch Löschgruppenführer Rolf Dreßen das Wort. Er überraschte Linda Röthling, die Frau des Leiters der Wassenberger Feuerwehr, stellvertretend für alle Frauen seiner Kameraden mit einem Blumenstrauß.

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