Heinsberg-Unterbruch: Musikverein Unterbruch: Wenn Instrumente Geschichten erzählen

Heinsberg-Unterbruch: Musikverein Unterbruch: Wenn Instrumente Geschichten erzählen

Nicht nur in wöchentlichen Proben, sondern auch mit einem Proben-Wochenende hatte sich der Musikverein Unterbruch auf sein traditionelles und beliebtes Café-Konzert vorbereitet. Dass dieses wieder ein voller Erfolg war, bewies die voll besetzte Unterbrucher Turnhalle, in der die Gäste vom ersten Ton an gespannt lauschten.

Christina Hilgers führte durch das Programm, bei dem die einzelnen Instrumentengruppen, die sogenannten Register, jeweils für ein gespieltes Stück Pate standen und darin auch besonders gefordert waren. Wie kleine Zahnräder müssten die verschiedenen Register genau ineinander greifen, erklärte Hilgers den Zuschauern. Nur so werde aus vielen einzelnen Instrumenten und verschiedenen Stimmen ein ganzes und harmonisches Musikstück. „Unsere einzelnen Register, die durch viele Vorgaben und Zeichen unseres Dirigenten Toni Hilgers zur rechten Zeit den richtigen Einsatz, die passende Lautstärke und die erforderliche Dynamik finden, möchte ich Ihnen heute einmal vorstellen“, so die Moderatorin.

Sie begann mit dem Register der Holzblasinstrumente, welchem sie selbst mit ihrer Querflöte zugeordnet ist. Diese waren dann auch im ersten Stück, dem „Marsch der Soldaten“ von Robert Bruce in einem Arrangement von Bernd Classen, gut hörbar.

Die Klarinetten, ebenfalls aus dem Register der Holzblasinstrumente, waren die Patinnen für das Stück über die Besteigung des „Nanga Parbat“ von Michael Geisler. Dritte im Bunde der Unterbrucher Holzblasinstrumente waren die Saxofone. Sie standen mit Blockflöten in der Romanze „Giudita“ von Alfred Bösendorfer im Mittelpunkt des Geschehens.

Das „tiefe Blech, auch Basspartie genannt“, bestehend aus Tenorhorn, Bariton, Tuba und Posaune, solle nach dem Willen des Dirigenten „die anderen Instrumente tragen“, erklärte Christina Hilgers vor dem Stück „Young Life“ von Manfred Schneider.

In einem Intermezzo widmete sich die Jugendgruppe des Vereins, ebenfalls unter der Leitung von Toni Hilgers, musikalisch Pippi Langstrumpf, einem betrunkenen Seemann und dem Volkslied „Muss i denn“ und heimste dafür viel Applaus ein.

Sehr gut kam auch der portugiesische Marsch „O Vitinho“ von Francisco Marques Neto — arrangiert von Siegfried Rundel — an, bei dem das „hohe Blech“, die Flügelhörner und die Trompeten, die Patenschaft übernahm. „Hören Sie, wie das portugiesische Sandmännchen — gespielt von der ersten Trompete — im Trio über allen anderen Instrumenten schwebt und seinen Schlafsand verteilt“, schaffte Christina Hilgers auch an dieser Stelle die Verbindung zu der Geschichte, die von der Musik erzählt wurde.

Aus dem konzertanten Teil des Nachmittags verabschiedete sich der Verein mit den Paten vom Schlagwerk und dem Robbie-Williams-Medley „Let me entertain you“, arrangiert von Don Campbell. Fast genauso gut kam der Aufmarsch der Kuchen in Begleitung von Spritzkerzen à la Traumschiff an. Alle genossen diesen zu weiteren Klängen des Musikvereins.