Wassenberg: Musiksommer in Wassenberg: Himmel und Fans strahlen um die Wette

Wassenberg : Musiksommer in Wassenberg: Himmel und Fans strahlen um die Wette

Strahlend blauer Himmel an zwei Abenden, annähernd 2000 Besucher und zwei vom Publikum gefeierte Bands, so dürfte der diesjährige Musiksommer als einer der ganz erfolgreichen in die Wassenberger Kulturgeschichte eingehen.

Viel hatte Marketingleiter Patrick Beckers vom Sponsor, dem Energieversorger NEW, auch im Vorfeld schon versprochen: „Noch nie hatten wir zwei qualitativ so hochwertige Bands an einem Wochenende!“, hatte er bereits bei der Präsentation des von Jürgen Laaser und seiner Agentur KulturPur zusammengestellten Programms gesagt. Und er sollte sein Versprechen halten.

Die Gruppe Lagerfeuer startete zunächst nur mit zwei Mann, da Yann Le Roux (Cajon/Gesang) es nicht rechtzeitig zum Auftrittsbeginn geschafft hatte. Foto: Anna Petra Thomas

Dabei ging's am Freitagabend zunächst ein bisschen holprig los, als Moderator Markus Peggen um 20 Uhr verkünden musste, dass einer der drei Musiker der Aachener Band Lagerfeuer noch nicht vor Ort sei. Der Grund war, wie zu hören war, die Bahn, mit der Yann Le Roux (Cajon/Gesang) in seinem Urlaub durch Frankreich getourt war. Als man mittags die Nachricht von Yann erhalten habe und kein Ersatz erreichbar gewesen sei, habe man an Absage gedacht, gab Heiko Wätjen (Kontrabass/Gesang) zu, diesen Gedanken jedoch schnell wieder verworfen.

Eine Viertelstunde nach Konzertbeginn, als Le Roux immer noch nicht vor Ort war, entschied sich Wätjen zusammen mit Bernd Weiss (Gitarre/Gesang), das Programm als Duo zu starten. Das gelang den beiden gestandenen Entertainern problemlos, sind sie doch bereits seit 13 Jahren mit ihrem Programm auf den Bühnen der Region unterwegs. Musiker wie Besucher hätten sich bei immer noch 35 Grad Celsius im Schatten allerdings so ein bisschen was vom alten Freibad zurückgewünscht, das sich früher an der Stelle befand, wo jetzt das kleine Festival auf dem Gelände des Restaurants Froschkönig über die Bühne ging.

Ansonsten nahmen's alle völlig gelassen. Bei freiem Eintritt hatten viele das Angebot zu einem Familienausflug mit Groß und Klein, Jung und Alt genutzt. Der Veranstalter hatte für alle gut vorgesorgt mit Stehplätzen vor und Sitzplätzen hinter der Technik.

Viel Applaus gab's, als Le Roux nach einer weiteren halben Stunde das Trio vervollständigte. Mit eingängigen Ohrwürmern der Pop- und Rockgeschichte und leicht nachzusingenden Refrains machten die drei das Publikum schnell zu ihrem vierten Bandmitglied. Dazwischen präsentierten sie gelungen auch ihre eigenen, deutschsprachigen Songs, die von ihrer ersten CD und auch ganz neue wie „Gehmal wieder vor die Türe“. Mehr als drei Stunden lang boten die drei Musiker beste Unterhaltung, eine halbe Stunde lang sogar auf Zuruf. Begeistert wie ihr Publikum spielten sie alle Wünsche zumindest an und bewiesen damit einmal mehr ihre Professionalität.

Fast doppelt so viele Zuschauer sah dann die Band „Mind2Mode“ am Samstagabend, die gleich drei einstündige Shows bot: eine für Simple Minds, eine für Depeche Mode und eine für U2. Frontmann Steve Hampton verwandelte sich da nicht nur akustisch, sondern auch in seinem Outfit im Laufe des Abends in Jim Kerr, Dave Gahan und Bono.

Vor etwa 15 Jahren habe es in London ein Simple-Minds-Festival gegeben, bei dem man festgestellt habe, dass es für diese Band gar keine gute Coverband gebe, wusste Laaser zu berichten. So hätten sich Hampton, Keyboarder Simon Hayward, ebenfalls aus Großbritannien sowie Marc Klemme (Gitarre) und Thorsten Ortmann (Schlagzeug) zu einer Band zusammengefunden, die dann im Laufe der Zeit ihr Repertoire um Depeche Mode und U2 erweitert habe. Inzwischen tourt die Gruppe durch ganz Europa. Brüssel, Istanbul und Barcelona stehen demnächst auf ihrem Tourplan.

Aber auch in Wassenberg fühlten sie sich wohl. „Ein toller Platz, Bier und Bratwurst!“, fasste das Hampton knapp zusammen und rockte die Bühne mit seiner Band von Beginn an bis unter und durch das Bühnendach. Bis nach Mitternacht sollte er diese Power durchhalten. „Es war mega! Zwei tolle Abende mit grandiosen Künstlern“, sprach da eine Besucherin wohl vielen aus dem Herzen.

Der nächste NEW-Musiksommer geht schon am Samstag, 18. August, über die Bühne, ab 20 Uhr mit der Band „just:is“ auf dem Marktplatz in Geilenkirchen. Das Lagerfeuer-Trio ist schon am Samstag, 25. August, wieder in der Region zu sehen, ab 20.30 Uhr beim Kultursommer auf dem Rathausplatz in Wegberg.