Waldfeucht-Braunsrath/Heinsberg-Oberbruch: Musikcorps Braunsrath bietet Zuhörern besonderen Hörgenuss

Waldfeucht-Braunsrath/Heinsberg-Oberbruch: Musikcorps Braunsrath bietet Zuhörern besonderen Hörgenuss

Mit dem einleitenden Meisterwerk von Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“, dessen bedrohlich brodelnde Klangkulisse in einem fanfarenartigen Höhepunkt gipfelt, begann das Musikcorps Braunsrath unter der Leitung von Steven Walker sein Jahreskonzert in der Festhalle Oberbruch.

Mit einem breiten Repertoire von originaler Blasmusik, klassischer und moderner Literatur war der Konzertabend ein Rendezvous mit wohlklingenden Melodien und zeitgemäßen Rhythmen aus Rock- und Popmusik. In die Programmgestaltung mit eingeflossen sind die Ergebnisse der Zuhörerumfrage aus dem vergangenen Jahr, und somit wurde das diesjährige Jahreskonzert ein Wunschkonzert, das die Lieblingsmelodien des Publikums sowie die Vorschläge von Musikern und die des Dirigenten vereinte.

Die Moderatorin Christina Laurs debütierte in hervorragender Weise und führte unterhaltsam und informativ durch den Abend. Herzstücke des Konzertabends waren zum einen die Ouvertüre „Leichte Kavallerie“ von Franz von Suppe´ und zum Anderen die Ballettmusik „Schwanensee“ von Pjotr Iljitsch Tschaikowski.

Steven Walker leitete seine Musikerinnen und Musiker auf ganz besondere Art an. Beschwingt, charmant, ja fast liebevoll führte er den Stab, dann wieder synchron und mit vollem Körpereinsatz im schnellen Rhythmus der fesselnden Melodien. Eine gewisse Leichtigkeit, ein harmonisches Miteinander und große Spielfreude zeichneten das Musikcorps Braunsrath aus.

Mit den Stücken „Sheltering Sky“ und „Cry oft the last Unicorn“ wurden die vielfältigen klanglichen Möglichkeiten, die ein Blasorchesters bietet, nachhaltig präsentiert. Die eingängigen Rhythmen und Melodien der Komposition „Choreography“ stellten die schnellen Bewegungen moderner Ballett- und Tanzproduktionen dar.

Der zweite Teil des Konzertes stand ganz im Zeichen moderner zeitgemäßer Musik. Die rund 60 Musikerinnen und Musiker des MCB bestachen durch viele mit Sicherheit vorgetragene solistische Einzelleistungen sowie durch einen in Dynamik und Artikulation farbigen und elastischen Klangkörper. In den Arrangements, die teilweise auch von Steven Walker sind, ging es darum, das Orchester und das Publikum für Musik aus anderen Stilrichtungen zu begeistern.

Ein Spagat bestand darin, seine eigene jazzige Vorstellung mit einem Blasorchester umzusetzen — und das sollte auch gelingen. Es soll eben anders klingen als eine überdimensionierte Big Band. Ob bei dem Thema aus Rocky „Gonna Fly Now“ oder beim Fusionjazz-Stück „Birdland“ — das Publikum jedenfalls war hellauf begeistert.

Die farbenfrohe plastische Instrumentation der klangvollsten Liebeserklärung an die Musik folgte: Mit John Miles‘ „Music“ gab es eine moderne Interpretation in einem Arrangement von Steven Walker. Wie sich ein Brite in den USA fühlt, erfuhr man dann musikalisch in dem bekannten Titel von Sting „Englishman in New York“, und die ansteckenden und einzigartigen Songs von Stevie Wonder wurden in einem spektakulären Pop-Medley beeindruckend dargestellt.

Als ein Meilenstein in der Geschichte der Musikvideos gilt Michael Jacksons „Thriller“. Töne formten sich zur imaginären Thriller-Szene. Eine weitere Dimension in Sprache und Geräusch gesellte sich zu einem authentischen Klangerlebnis.

Deep Purple gehuldigt

Nicht nur mit ihrem legendären Song „Smoke on the Water“ schrieb die Band Deep Purple Musikgeschichte. Das Musikcorps Braunsrath setzte mit einem Medley dieser Hardrock-Urgesteine einen stimmungsvollen Schlusspunkt.

Mit einer gelungenen musikalisch-solistischen Verabschiedung wurde das abwechslungsreiche Programm des „Wunschkonzertes 2017“ beendet.

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