Hückelhoven: Musik und Anekdoten von der grünen Insel

Hückelhoven : Musik und Anekdoten von der grünen Insel

Irische Klänge hallten durch das Foyer der Hückelhovener Aula, als der Verein „Con Brio — Freunde der Kammermusik“ zum jährlichen Abschlusskonzert der Stadtmusikfestes in Hückelhoven geladen hatte. Zu Gast war diesmal die Folkband „Jack in the green“ aus dem kleinen Ort Gescher im Münsterland.

„Jack ist die Bezeichnung für einen kleinen irischen Kobold, der einem alten Aberglaube zufolge dafür sorgt, dass es im Frühling wieder grün wird“, erklärte Bandmitglied Meinhard Hüning den knapp 200 Besuchern in der Aula. Zu Beginn präsentierten die vier Musiker dem Publikum das Stück „Johnny jump up“, dass die Geschichte über den berühmten irischen Apfelmost erzählt, dem sich Johnny im Übermaß widmet. Solch kleine Anekdoten und Geschichten von der grünen Insel fügten die Mitglieder der Band jedem Lied an.

So erfuhren die Zuhörer etwas über die Probleme, die die hohe Arbeitslosigkeit Mitte des 20. Jahrhunderts mit sich brachte, durften einer alten Seefahrergeschichte lauschen und konnten die Leiden einer jungen Liebe in der mittelalterlichen Ständegesellschaft gut nachempfinden.

Rudolf Lengersdorf, erster Vorsitzender des Vereins „Con Brio“ und Organisator der Veranstaltung freute sich darüber, den musikbegeisterten Hückelhovenern die irische Volksmusik näher bringen zu können. „Seit Jahren veranstalten wir mit Unterstützung der Stadt Hückelhoven das Abschlusskonzert des Musikfestes in unserer Stadt. Wir hatten schon spanische und portugiesische Abende, jetzt sind irische Volkslieder an der Reihe“. Obwohl sich der Verein normalerweise nur der klassischen Kammermusik widmet, sei dieses Konzert immer ein fester Bestandteil in der Jahresplanung.

Die Gäste wurden neben der musikalischen Darbietung mit allerlei irischen Spezialitäten verwöhnt. Das klassische Guinness-Bier durfte dabei natürlich nicht fehlen. Die Leidenschaft und Freude der vier Musiker schwappte schnell auf das bunt gemischte Publikum über. Immer mehr Beine und Füße bewegten sich unter den Tischen rhythmisch im Takt. Einige Zuhörer stimmten nach und nach in die englischen Texte mit ein.

Als der Applaus schon zur Pause lautstark aufbrandete, merkte Hermann Beeke, Gründungsmitglied und Bassist der Band, scherzhaft an, dass es noch eine zweite Hälfte geben würde. Diese begeisterte dann das Publikum ebenso wie die Erste, so dass die Zugabe unausweichlich war. Sowohl die Musiker aus dem Münsterland als auch Organisatoren und Gäste waren mit diesem irischen Abend mehr als zufrieden und viele wahrscheinlich um mehr als eine Erfahrung reicher.