Erkelenz: Mundartreihe: Humorvolle Blicke in eigene Erlebniswelt

Erkelenz: Mundartreihe: Humorvolle Blicke in eigene Erlebniswelt

Mit „Ener Ovend em Advent op platt“ feierte der Heimatverein das zehnjährige Bestehen seiner Mundartreihe, bei der jeder so „kalle“ kann, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Zum weihnachtlichen Jubiläumsabend war der Saal bei Müller´s Platz komplett gefüllt.

Der Mundartabend lockt längst auch Besucher aus den angrenzenden Städten an, aktiv wie passiv. Denn einige waren zum Zuhören gekommen, andere hatten ihr Instrument und viele Texte und Lieder „op platt“ dabei. Georg Wimmers aus Beeck gehörte ebenso zum Programm wie Karl Bertrams aus Harbeck, der sich an „Tsenter Kloss im Dezember 1944“ erinnerte.

Die Schreibweise des „Klaasmanns“ variierte mit den Dialekten, in denen vorgetragen wurde. Des einen „Tsenter“ ist des anderen „Zenter“ und am Ende war es dann doch immer der Vater oder Opa, der sich hinter dem weißen Bart verbarg. Die Geschichten, die die Autoren vorbereitet hatten, waren zumeist humorvoll und spiegelten die eigenen Erlebniswelten als Kinder in der Weihnachtszeit wider.

Griff in die Tasten

Dreh- und Angelpunkt war aber auch diesmal wieder Theo Schläger, der neben den Moderationen des Abends auch immer wieder selbst in die Tasten griff, um das Publikum zum Singen zu bringen. Viele Weihnachtslieder waren dem Anlass entsprechend in Mundart übersetzt worden, anderer sind überliefert. „Ver sare öch aan d´r leeve Advent“ oder „lott os fruh un monter sin“ ging den meisten gut über die Lippen.

Thema Flüchtlinge

Immer wieder luden die Geschichten zum Erinnern ein, doch wurden auch Parallelen aufgezeigt zur heutigen Zeit. Nach dem Krieg waren viele der Anwesenden selbst Flüchtlinge, weshalb das Thema auch in vielen der Geschichten eine Rolle spielte. Neben Schläger und Wimmers trug unter anderem auch Herbert Gehlen aus Hetzerath an der „Quetsch“ zum Gelingen des Abends bei. Die Texte stammten von Annemarie Falk, Anita Dittberner, Franziska Lenzen, Karl Bertrams und Heinz Eßer.