Mundartabend des Heimatvereins zieht in die Wassenberger Burg um

Wassenberger Pattdütsch-Oavend : „Wir könnten weit mehr als 200 Karten verkaufen“

Wer ein Freund der Mundart ist, der weiß, dass im November eine ganz große Veranstaltung auf dem Programm steht. Auch wer noch ein Freund der Mundart werden will, ist beim „Plattdütsch-Oavend“ des Wassenberger Heimatvereins richtig.

Bevor es am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr losgeht, hat unsere Redakteurin Mirja Ibsen mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins, Walter Bienen, gesprochen

Moin, Moin, Herr Bienen! Zugegeben, das war jetzt norddeutsches Platt, und das kann man auch am Mittag sagen. Was sagen denn die Wassenberger, wenn Sie sich treffen?

Walter Bienen: „Tach, wie jeet et dech?“

Danke, janz jut. Schön, mit Ihnen kann man aber nicht nur gut Platt „kalle“, Sie sind auch „d’r Arrangschöer van d’r Plattdütsch-Oavend“, der immer im Herbst stattfindet. Diesmal am 5. November. Verraten Sie uns: Was ist in diesem Jahr wie immer? Was ist neu? Aber bitte nicht auf Platt.

Bienen: Wie immer ist, dass viele Menschen – in diesem Jahr sind es 14 – auf der Bühne stehen und Geschichten, Lieder und Sketche auf Platt vortragen. Es wird wie immer eine bunte Mischung aus ernsten und lustigen Themen geben. Schön finde ich, dass nicht nur Akteure aus Wassenberg dabei sind, sondern auch Menschen aus Effeld, Myhl, Birgelen, Karken, Kempen, Wildenrath und Tüddern, die ihre Texte in ihrem eigenen Dialekt vortragen. Neu ist, dass wir mit dem Mundartabend in den großen Saal der Wassenberger Burg umziehen.

 Welchen Vorteil hat der Umzug in die Wassenberger Burg?

Bienen: In den großen Saal der Wassenberger Burg passen 198 Stühle, das ist so gerade genug. Im vergangenen Jahr hatten wir zwei Vorstellungen im Naturparktor des Naturparks Schwalm-Nette, um der großen Nachfrage gerecht zu werden. Denn was in den ersten Jahren mit 40 bis 50 Besuchern begonnen hat, ist immer größer geworden. Wir könnten weit mehr als 200 Karten verkaufen. Die Resonanz auf die zwei Vorstellungen war sehr gut, aber es war für die Beteiligten sehr anstrengend. Man darf nicht vergessen, dass die Akteure alle ein hohes Alter haben. Unter 70 sind nur wenige.

Der wievielte Plattdütsch-Oavend ist das für Sie persönlich?

Bienen: Ich bin seit 1998 dabei, nur im Jahr 1999 habe ich nicht auf der Bühne gestanden, also der 22.

 An welchen Abend erinnern Sie sich besonders gern?

Bienen: An den Mundartabend im Jahr 2011, als ich zum ersten Mal die Moderation des Abends übernommen habe. Damals hatte ich mit Karl Lieck (dem damaligen Organisator und Moderator des Wassenberger Plattdeutschabends, Anm. d. Redaktion) vereinbart: „Ech donn dat Schwade und du dat Sänge“ (Ich übernehme das Reden und du das Singen). An diesem Abend hatte ich richtig Lampenfieber. Das habe ich vorher nicht gekannt. Als Lehrer steht man ja immer vor einem kritischen Publikum.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr?

Bienen: In diesem Jahr verabschieden wir den Initiator der Mundart­abends Karl Lieck und Hilde Eraerds sehr feierlich. Es wird das erste Mal sein, dass Karl Lieck sein Lied „Wasseberch, ich han dich jäer“, das zur Hymne des Heimatvereins und zur inoffiziellen Hymne der Stadt geworden ist, nicht selbst singen wird. Stattdessen haben wir den Männergesangverein Wassenberg eingeladen. Das wird etwas ganz Besonderes.

Danke, Herr Bienen. In Hamburg sagt man Tschüss…

Bienen: … in Wassenberg sagt man das auch. Also, Tschüss, bis zum 5. November.

(mib)