„Auf der Straße zu Hause“: Mobile Jugendarbeit, eine Sache des Vertrauens

„Auf der Straße zu Hause“: Mobile Jugendarbeit, eine Sache des Vertrauens

Auf der Straße sichtbar zu sein, gehört zu den Kernaufgaben von Tobias Storms. Er ist mit seinem Hund Sky für die Mobile Jugendarbeit in Oberbruch verantwortlich. Nun hatte Storms im Volkspark Oberbruch einen Infostand aufgebaut, um im Rahmen der NRW-weiten Aktionswoche „Auf der Straße zu Hause“ auf seine Arbeit aufmerksam zu machen.

Es geht ihm darum, Präsenz zu zeigen. Storms, der seit rund eineinhalb Jahren in Oberbruch arbeitet, will an diesem Aktionstag nicht nur Jugendliche ansprechen, es geht ihm auch darum, mit Erwachsenen aus seiner Umgebung in Kontakt zu kommen. Auch wenn die Resonanz überschaubar ist, kommt Storms doch mit einigen jungen Leuten ins Gespräch, die ihn noch nicht als Ansprechpartner kennen. „Allein dafür hat es sich schon gelohnt“, sagt er.

Dieser Kontakt ist für Storm Gold wert. Denn seine Arbeit beginnt damit, Vertrauen zu den Jugendlichen aufzubauen. Das erlangt er, indem er sie kennenlernt und Freizeitangebote auf die Beine stellt. Mit einer soliden Vertrauensbasis ausgestattet, führt Storms dann mit vielen Kindern und Jugendlichen Gespräche über Freundschaft, Liebe und familiäre Probleme. Er berät bei Fragen zu Sucht und Schulproblemen. Und er hilft jungen Erwachsenen, die zum Beispiel keinen Schulabschluss haben, eine Perspektive für ihr Leben zu finden.

In Oberbruch sei ihm aufgefallen, dass es wenige öffentliche Plätze für Jugendliche gebe. Er spricht von einer Gruppe junger Mountainbikefahrer, die einen Ort sucht, an dem sie Rampen für ihre Sprünge bauen können.

In anderen Fällen reiche auch schon der Schlüssel zum Schulhof, um etwa an die dortigen Tischtennisplatten heranzukommen. An solchen Themen arbeitet Storms ebenfalls. Fixpunkt seiner Arbeit ist das evangelische Jugendzentrum Oase. Es geht ihm aber auch darum, Jugendliche anzusprechen, die das Angebot der Oase noch nicht nutzen.

(ger)
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