Heinsberg-Karken: Mit vereinten Kräften durch neun Jahrzehnte SV Grün-Weiß Karken

Heinsberg-Karken : Mit vereinten Kräften durch neun Jahrzehnte SV Grün-Weiß Karken

Zwei Tage lang hat der SV Grün-Weiß Karken in der Bürgerhalle sein 90-jähriges Bestehen gefeiert. Los ging´s mit einer „Summer-Oldie-Party“, zu der sich trotz Ferien und hoher Temperaturen zahlreiche Fans musikalischer Ohrwürmer vergangener Zeiten, aber auch Vereins-Oldies im Alter bis weiter über 70 Jahre einfanden, um noch einmal in alten Zeiten zu schwelgen.

Vor allem die DJs Monika Kreutzer und Heinz-Josef Jansen, im Verein nur als „Tüppe“ bekannt, freuten sich über ihr Publikum in der voll besetzten Halle. Mit den Songs bis zurück in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts trafen sie den Geschmack ihrer Zuhörer, die den runden Geburtstag ihres Vereins dabei ausgiebig feierten.

An Tag zwei lud der Verein zu einem Frühschoppen ein, bei dem Eduard Meinzer als Vorsitzender und Konrad Bohnen als Vorsitzender des Kreisjugendausschusses die Glückwünsche des Fußballkreises Heinsberg überbrachten. In einer ersten Talkrunde mit „Tüppe“, dieses Mal in der Funktion des Moderators, gingen der neue Trainer Michel Noetlichs und sein Co-Trainer Stefan Kremers auf die Erwartungen für die neue Saison der ersten Mannschaft ein, die in der Kreisliga B spielt. Sie lobten die bisher gezeigte Einsatzbereitschaft und die Lernwilligkeit im vorbereitenden Trainingsbetrieb für die neue Saison. Zugleich erging in diesem Rahmen auch noch mal ein Aufruf an die zahlreichen Frühschoppen-Gäste, doch vermehrt die Spiele der ersten Mannschaft zu besuchen, da man sich neben den spielerischen Elementen auch Kampfkraft und Einsatz für Karken auf die Fahnen geschrieben habe.

Mit dem Aufstieg gekrönt

Der Trainer und Betreuer der zweiten Mannschaft, Marcel Caron, lobte im Gespräch sein Team noch einmal für die tolle letzte Saison, die mit dem Aufstieg in Kreisliga C einen krönenden Abschluss fand. Unerwähnt blieb natürlich nicht, dass sich die Teammitglieder nach dem Aufstieg als „Feierkönige“ einen Namen gemacht haben. Saisonziel ist der Klassenerhalt in der C-Liga.

Aktuell hat der SV Grün-Weiß Karken 235 Mitglieder. Neben der ersten und zweiten Seniorenmannschaft existiert noch eine Altherren-Mannschaft, die regelmäßig Freundschaftsspiele austrägt. Stolz ist der Verein auf seine Jugend, in der aktuell sieben Mannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, in einigen Teams auch in Spielgemeinschaften mit Nachbarvereinen. „Hier ist eine unkomplizierte Abwicklung des Trainings- und Spielbetriebes gegeben. Lokalrivalitäten gehören längst der Vergangenheit an“, so Jansen.

Mit den drei Schirmherren der Feierlichkeiten, Hans-Josef Kremers, Josef Windeln und Helmut Hohnen, tauchte „Tüppe“ dann noch einmal in die Geschichte des Vereins ein. Die Anfänge des Fußballspiels in Karken gehen schon auf das Jahr 1925 zurück. 1928 wurde der Verein offiziell gegründet mit dem ersten Vorsitzenden Toni Schnock. Die Gemeinde stellte „Am Woom“ eine Wiese zur Verfügung, die mit vereinten Kräften in kurzer Zeit zu einem einigermaßen bespielbaren Gelände als Sportplatz hergerichtet wurde.

Spielerisch ging es mit dem SV auf und ab. 1956 musste die erste Mannschaft sogar wegen Spielermangel aus dem Spielbetrieb genommen werden. Der größte Erfolg war 1974 der Aufstieg in die Bezirksklasse, wo sich die Mannschaft zwei Jahre halten konnte. Erwähnenswert außerhalb des sportlichen Betriebs ist sicherlich auch, dass der Verein bereits seit 48 Jahren in Karken den Kinderkarneval inklusive eigener Sitzung organisiert.

Spielball aus dem Hubschrauber

Im Gespräch mit den drei Schirmherrn kam da beim Frühschoppen auch noch einmal die eine oder andere Anekdote ans Tageslicht. Hohnen erinnerte zunächst an die riesigen Zeltlager, die der SV in der Vergangenheit für bis zu 100 Kinder durchführte. Windeln ging noch einmal zurück zu dem Spiel, wo ein Hubschrauber den Spielball abwarf. Auch wusste er noch zu erklären, was im Karkener Fußball der Kaffee mit brauner Milch, mit einem Schuss Weinbrand, war.

Kremers erinnerte sich an seine Begegnungen mit berühmten Nationaltrainern und ließ sich eine Analyse der aktuellen Situation der Nationalmannschaft nicht nehmen. „Die Karre ist schwer verfahren, ganz schwer!“, betonte er. Heute sei vor allem Schnelligkeit gefordert. Daher müsse die Mannschaft verjüngt werden, seien Änderungen in Trainings- und Spielabläufen unbedingt notwendig. Dies erfordere auch Umstellungen im Trainerstab, wenn auch nicht unbedingt an der Spitze.

Gemeinsam mit Moderator „Tüppe“ versprachen die drei Schirmherrn, dem Verein auch weiterhin treu zur Seite zu stehen, und freuten sich schon auf das große Jubiläum des Vereins in zehn Jahren.