Erkelenz: Mit Requiem-Improvisationen die Zuhörer begeistert

Erkelenz: Mit Requiem-Improvisationen die Zuhörer begeistert

Eine gute Einstimmung in die etwas düstere Atmosphäre des Monats November gab es in St. Lambertus: „Requiem, Konzert für Posaune und Orgel“. Hansjörg Fink (Nettetal) an der Posaune und Elmar Lehnen, Basilikaorganist in Kevelaer, spielten Improvisationen über das gregorianische Requiem.

Über ein halbes Jahrtausend ist sie jetzt alt, die Totenklage der Katholischen Kirche. Große Komponisten haben sich damit beschäftigt, auch außerhalb der Messe und im Konzertsaal: Mozart, Fauré, Bruckner, Scarlatti und viele andere; auch der evangelische Bach.

Das Requiem in Erkelenz bestand aus neun Teilen, die mit der Bitte begannen „Requiem aeternam dona eis, domine“ (Herr, gib ihnen die ewige Ruhe). Und diese Bitte für die Toten zieht sich durch das ganze Werk, das vornehmlich aus Texten der Psalmen und Propheten besteht. Dass im mittelalterlichen Denken Hölle und Verdammnis eine besondere Rolle spielten, mag uns Heutigen etwas fremd erscheinen.

Variation uralter Melodien

Das Konzert in Erkelenz war nicht einfach eine Wiederholung der Gregorianik, wie schon der Titel sagte, sondern Improvisation und Variation über die uralten Melodien. Und vor allem die Älteren unter den Zuhörern mögen hin und wieder das Original vernommen haben.

Hansjörg Fink und Elmar Lehnen waren nicht nur herausragende Meister ihrer Instrumente, sie harmonierten auch in vorzüglicher Weise. Da wollte keiner den anderen an die „Kirchen-Wand" spielen, was bei den oft gewaltigen Klängen der Orgel und der Posaune nahegelegen hätte. Und bei der Letzteren musste man unwillkürlich an die Posaunen von Jericho denken, obwohl im Chorraum von St. Lambertus nichts umfiel.

Faszinierend war, wie die beiden die alten Melodien ins Heute übersetzten, so dass manchmal auch die eine oder andere Hörgewohnheit aufgegeben werden musste. Jazzige und poppige Elemente trugen auch dazu bei, dass das Wort Langeweile erst gar nicht in den Sinn kam.

Und die Orgel schien ab und zu kaum hörbare Sphärenklänge zu entwickeln, die insbesondere die meditativen Seiten dieses Konzertes förderten.

Lang anhaltender Beifall zeigte, wie dieses Konzert über die Musik hinaus die Zuhörer begeistert hatte.

(hl)