Wegberg: Mit Masterplan neue Wohnbauflächen entwickeln

Wegberg: Mit Masterplan neue Wohnbauflächen entwickeln

22 Hektar groß ist das Gebiet, in dem neue Wohnbauflächen im Innenring von Wegberg zwischen den Straßen „In Gerichhausen“ und dem Grenzlandring ausgewiesen werden sollen. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Ausschuss für Stadtentwicklung und -planung, um der Nachfrage nach zentrumsnahen Neubauflächen und der städtebaulichen Zielsetzung „Stadt der kurzen Wege“ nachzukommen.

Eine lange Geschichte war diesem Beschluss vorausgegangen. Denn bereits im Februar 2015 hatte die Fraktion Freie Wähler den Antrag gestellt, diese Fläche als Wohnbebauung auszuweisen. Mitte 2015 wurde dieser Antrag im Ausschuss mit großer Mehrheit abgelehnt. Der Rat hingegen beauftragte im Herbst 2015 in dieser Sache Sondierungsgespräche mit der Bezirksregierung. Die Bezirksregierung begrüßte die Entwicklungsabsichten innerhalb des Siedlungsschwerpunktes ausdrücklich und erhob aus Sicht der Landes- und Regionalplanung keine Bedenken gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Attraktiven Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und Stärkung und Belebung der Innenstadt verspricht sich die Stadt Wegberg von dem Vorhaben. Ein städtebaulicher Masterplan soll als Rahmenkonzept die Ausrichtung festlegen, die zukünftige Erschließungs-, Bau-, und Grünstruktur konkretisieren und die Auswirkungen auf die technische und soziale Infrastruktur (Verkehr, Entwässerung, Kindergärten, Schulen etc.) aufzeigen. Auf der Grundlage dieses Masterplans soll die Änderung des Flächennutzungsplans erfolgen und für einzelne Bauabschnitte konkrete Bebauungspläne abgeleitet werden. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, Kontakt mit geeigneten Planungsbüros zur Erstellung des Masterplans aufzunehmen.

In der Diskussion warf die CDU-Fraktion die Frage nach der Beteiligung der Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Wegberg (SEWG) auf, die SPD-Fraktion mahnte den Dialog mit der Bürgerschaft und die Integration der bestehenden Wohnbauflächenpotenziale im Siedlungsschwerpunkt (17,8 ha) an.

Die AfW nahm sich der möglichen Auswirkungen des neuen Baugebiets auf die geplanten Grundschulschließungen an, da die Fläche in unmittelbarer Nähe der Grundschule Beeck liegt. Bürgermeister Michael Stock versicherte eine Beteiligung der SEWG und die Einbeziehung aller Betroffenen in die Entwicklung des Projektes. Mit satter Dreiviertel-Mehrheit schloss sich der Ausschuss dem Verwaltungsvorschlag an.

Abgelehnt wurden dagegen die Verwaltungsvorschläge, auf die Ausweisung neuer Wohnbauflächen in Merbeck (Nopperweg, Portejansweg, Merkenweg (rund 3 ha)) und Klinkum (In Bischofshütte“ (rund 1,3 ha) und im Bereich „Alte Landstraße“ in Klinkum (rund 2 ha)) zu verzichten. Hierzu hatte die Bezirksregierung aus Sicht der Landes- und Regionalplanung Bedenken erhoben.

Alle drei Flächen befänden sich außerhalb des allgemeinen Siedlungsbereichs und eine Realisierung würde zum Entstehen bandartiger Siedlungsstrukturen führen, hatte die Bezirksregierung argumentiert. Außerdem seien innerhalb der jeweiligen Ortsteile offensichtlich ausreichende Entwicklungspotenziale vorhanden. „Eine Einschätzung theoretischer Art, Offensichtlichkeit ist nicht gegeben“, befand Georg Gellissen (CDU). Wie es in dieser Sache weitergeht, erklärte der Technische Beigeordnete Rudolf Fabry. „Das wird jetzt beim Regionalrat und in der Staatskanzlei landen“, erinnerte er an die schlechten Erfahrungen, die in einer ähnlichen Sachlage schon einmal gemacht worden sind.

Damals hatte sich die Stadt Wegberg gegen die Bedenken der Bezirksregierung nicht durchsetzen können.

(mb)