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Frühlingstreffen der Freien Wähler: Mit Mandolinenklängen quer durch Europa

Frühlingstreffen der Freien Wähler : Mit Mandolinenklängen quer durch Europa

Ulrike Müller gehört den Freien Wählern an und ist Mitglied des Europäischen Parlaments. Sie lebt auf einem Viergenerationen-Bauernhof im Allgäu und war eigens für das Frühlingstreffen der Freien Wähler Kreis Heinsberg in das Schloss Zweibrüggen nach Übach-Palenberg angereist.

Walter Leo Schreinemacher begrüßte als Vorsitzender der Freien Wähler Kreis Heinsberg unter den Gästen im Schloss neben Ulrike Müller den Bürgermeister der Stadt Übach-Palenberg, Wolfgang Jungnitsch, den Bürgermeister der Gemeinde Landgraf, Raymond Vlecken, sowie den Vorsitzenden des DGB-Kreisverbands Heinsberg, Willi Klaßen.

Bevor Walter Leo Schreinemacher und seine vier Gäste zur einer Diskussionsrunde auf dem Podium im Foyer des Schlosses Zweibrüggen Platz nahmen, kündigte Schreinemacher den Auftritt des Mandolinenorchesters Wandervogel Birgden an. Orchesterleiterin Christel Haak und ihre Musiker nahmen die Zuhörer als Einstimmung auf das Thema der Podiumsdiskussion „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit – wie weit sind wir in der EU und in unserer Region“ mit auf eine kleine, musikalische Rundreise durch Europa.

Ulrike Müller befindet sich derzeit auf Wahlkampftour quer durch Deutschland. Ein Slogan dieser Tour laute „Wir können die EU nur mit Leben füllen, wenn wir den Regionen Raum lassen“. Wie die Regionen derzeit diesen Raum nutzen und welche Wünsche an das Europäische Haus die Regionen noch offen haben, machte die beiden Bürgermeister Jungnitsch und Vlecken deutlich. Sie berichteten von einem Treffen, das kurz vor dem Frühjahrstreffen stattgefunden habe.

Beteiligt seien Unternehmer von dies und jenseits der Grenze gewesen. Zur Sprache seien auch die Fördermittel gekommen. Vlecken betonte, er verstehe sehr wohl, dass manche Länder und Region stärkeren Förderbedarf hätten und die EU diesen mehr helfen möchte als anderen, doch fügte Raymond Vlecken deutlich hinzu: „Aber genug ist genug.“

Komplizierte Förderanträge

Ulrike Müller verwies darauf, dass manche Fördergelder auch wegen der komplizierten Förderanträge nicht abgerufen würden. Daran müsse etwas geändert werden. Ulrike Müller: „Im europäischen Haushalt ist Geld genug da.“

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch hob hervor, dass Europa, wenn es sich denn einig wäre, auch mit Blick auf Russland, Amerika und China eigentlich unschlagbar wäre. Als Bürgermeister von Übach-Palenberg sehe er seine Aufgabe in diesem großen Konzert darin, auf der von gegenseitiger Sympathie getragenen guten Zusammenarbeit mit dem Nachbarn in Landgraaf über den kulturellen Bereich hinaus, auch die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen voranzutreiben.

Willi Klaßen nannte beim Thema Mindestlöhne beziehungsweise deren Umgehung ein Praxisbeispiel. Lkw-Fahrer würden auf den Philippinen angeworben, in Polen angemeldet und dann auf der Strecke Deutschland, Österreich, Italien Tag und Nacht eingesetzt. „Das ist menschenunwürdig“, meinte Klaßen.

Bürgermeister Wolfgang Jungnitsch forderte auf, am 25. Mai zur Europawahl zu gehen, „damit die, die wir alle hier nicht wollen, nicht an die Macht kommen.“