Mit dem nostalgischen Oldtimerbus nach Isenbruch

Aboplus : Eine kleine Zeitreise zum Westzipfel

Nach dem großen Erfolg in den vergangenen Jahren ließ es sich unsere Zeitung auch in diesem Jahr nicht nehmen, mit treuen Lesern im Rahmen der Aboplus-Aktion und Dank der Unterstützung von West-Verkehr auf Zeitreise und Entdeckertour im Kreis Heinsberg zu gehen.

Unter dem Motto „Mit West zum Westzipfel – dem westlichsten Punkt Deutschlands“ rollte der creme-rote Mercedes Benz Oldtimer-Reisebus 03500 aus dem Jahr 1953 entlang der deutsch-niederländischen Grenze und steuerte mit dem Erlebnisraum Westzipfel einen Ort an, der Geschichten erzählen kann und seine Spuren bei vielen Menschen im Kreis Heinsberg hinterlassen hat.

Mit 66 gut in Schuss

Zwar betagt, aber noch richtig gut in Schuss begeisterte der nostalgische Reisebus die 23 Teilnehmer, die den Ausflug gewonnen hatten. Nur eines ließ das 66 Jahre alte Gefährt, das die Gäste an diesem sehr heißen Junitag, an dem die Mittagssonne unerbitterlich auf das Dach des Oldtimers brannte, ein wenig vermissen: die neuzeitliche Errungenschaft der  Klimaanlage. „Ach, wer braucht die schon, wenn man in einem so coolen Gefährt unterwegs ist“, konterte  jedoch ein Teilnehme  dem kollektiven Hitzejammer. Und spätestens als Westverkehr-Geschäftsführer Udo Winkens dann  das Startsignal gab und Busfahrer Jakob Keimes dann auf den Landstraßen des Selfkants richtig aufs Gas des 90 PS-starken Schätzchens drückte, da wehte den Teilnehmern dann auch ordentlich der Fahrwind um die Ohren.

Am Westzipfel angekommen, hatten die Gäste dann einige Zeit, sich über den westlichsten Punkt Deutschlands und seine erzählenswerte Geschichte zu informieren. Manche nutzten die freie Zeit aber auch, um Selfies und Fotos am und mit der Hauptattraktion, dem Bus, zu machen.

Und dann gab es noch diejenigen, die gerne noch etwas mit Udo Winkens zum Thema ÖPNV fachsimpelten. Denn bevor es auf die nostalgische Reise ging, hatte der West-Geschäftsführer die Besucher zu Kaffee und Kuchen in die West-Verkehr-Zentrale in Geilenkirchen eingeladen und sie dabei über das Unternehmen informiert. Dabei erfuhren sie nicht nur, dass das Unternehmen im Jahr rund 10 Millionen Kunden befördert, sondern auch, dass es dem Unternehmen zu schaffen macht, dass die Menschen im Kreis Heinsberg vornehmlich auf das eigene Auto setzen. „676 Pkw kommen hier auf 1000 Einwohner“, erklärte Winkens den Besuchern. „Mit Bus und Bahn fahren die Wenigsten - und das allerhöchstens zur Schule und zur Arbeit.“

Das liege auch daran, dass die Busse im Kreis oft am späteren  Abend nicht mehr regelmäßig fahren.  Dort will West ansetzten. „Mit dem Anrufbussystem Mulitbus haben wir eine flexible Bedienungsform des ÖPNV kreisweit etabliert  – und an dieser Stelle wollen wir weiter ansetzen und Zeiten ausdehnen“, versprach Winkens. Auch mit dem Erkabus, der den Innenstadtbereich in Erkelenz erschließt, habe man in jüngster Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gesammelt und viel positive Resonanz erhalten. Der Erka-Bus, das verriet Winkens an dieser Stelle schon einmal, soll bis Mitte kommenden Jahres elektrisch fahren. „Eine Machbarkeitsstudie hat dargelegt, dass wir durchaus den Schritt wagen können, mit einem Kleinbus mit E-Antrieb in Erkelenz an den Start zu gehen“, so Winkens.

Und noch eine Neuerung soll zeitnah umgesetzt werden: West-Verkehr will Mobilitätsstationen mit E-Bikes und E-Rollern an den Bahnhöfen des Kreises schaffen, um die Attraktivität des öffentlichen Personennahverkehrs zu steigern.

„Wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln immer in so schicken Bussen unterwegs wäre, dann wurden wir wohl öfter mit dem Bus fahren“, sagte Wolfgang Geier am Ende der Reise durch das Unternehmen West-Verkehr und zum westlichsten Zipfel Deutschlands. Er hat den Tag im schicken Oldtimer genossen – und hofft bereits  auf eine Neuauflage der Tour im kommenden Jahr.

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