Minguet-Quartett spielt Meisterkonzert in der Erkelenzer Stadthalle

VHS-Konzert : Klangfreude belebt das kleinste Detail

Zum sechsten Meisterkonzert in der Saison 2018/019 hatte die VHS des Kreises Heinsberg in die Stadthalle Erkelenz eingeladen: Vor gut besuchtem Hause spielte das Minguet-Quartett Werke von Ludwig van Beethoven (Streichquartett op. 18 Nr. 6), Josef Suk (Ballade d-Moll), Gustav Mahler (Ich bin der Welt abhanden gekommen) und Felix Mendelssohn-Bartholdy (Streichquartett o.80).

Die vier Musiker haben ihren Namen nach dem spanischen Philosophen Pablo Minguet aus dem 18. Jahrhundert gewählt, der sich in seinen zahlreichen Schriften über gesamte Bandbreite der Kultur darum bemühte, auch dem breiten Volk Zugang zu ihnen zu verschaffen. Und dieser Idee fühlt sich das Quartett verpflichtet.

Mit vielen Preisen ausgezeichnet und in den großen Konzerthäusern der Welt zu Hause, begeisterten Ulrich Isfort und Annette Reisinger (Violine), Aroa Sorin (Viola) und Matthias Diener mit ihren intelligenten und leidenschaftlichen Interpretationen durch die gesamte Bandbreite der Kammermusik die Kritik: „Die Klang- und Ausdrucksfreude, mit der das Ensemble die Werke zur Sprache bringt, belebt noch das kleinste Detail.“

Und es war wirklich sehr eindrucksvoll, wie das Quartett dem Publikum die Musik der Romantik erschloss. Das begann mit Ludwig  van Beethoven, dessen Werk von einer anrührenden Melancholie durchzogen war. Der zu Unrecht etwas in Vergessenheit geratene Josef Suk, der Schwiegersohn von Anton Dvorák, brachte die böhmische Musik zum Klingen. Nach der Pause dann das nach einem Gedicht des fränkischen Lyrikers Friedrich Rückert komponiere „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ von Gustav Mahler, in dem Weltentrückung und Weltferne eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht werden. Anlasslich des 100. Todestages von Mahler hatte die Geigerin Annette Reisinger dieses Stück eigens für ihr Quartett bearbeitet.

Requiem

Höhepunkt des Konzertes war sicherlich das Streichquartett op. 80 von Felix Mendelssohn-Bartholdy, in dem der Komponist seine tiefe Trauer über den plötzlichen Tod seiner geliebten Schwester Fanny verarbeitet – und dies war auch das eigene Requiem des Komponisten, der wenige Monate später starb. Die Ergriffenheit des Publikums war direkt zu spüren. Vielleicht war das letzte Stück auch deshalb so beeindruckend, weil es in krassem Gegensatz stand zum herrschenden Frühlingswetter. Ganz zum Schluss lang andauernder dankbarer Beifall und eine Zugabe, die allerdings schon zu Ende war, kaum dass sie angefangen hatte. (ulla)

(ulla)