Hückelhoven: Mineralienbörse: Exoten gibt es auf und hinter den Ausstellungstischen

Hückelhoven: Mineralienbörse: Exoten gibt es auf und hinter den Ausstellungstischen

Etwas kompakter fiel die 18. Mineralienbörse der Mineralien- und Bergbaufreude aus. An der Faszination, die von den Schätzen der Erde ausgeht, änderte das aber nichts. Auch die Besucherzahlen waren stabil. Bevor die Ausstellung startet, machen erst einmal die Frauen des Vereins mit großen Kaffeekannen die Runde und schenken kostenlosen Kaffee aus.

Schließlich kennt man sich aus den vergangenen Jahren, denn Mineraliensammler sind treue Menschen, die vor allem Qualität und Vielfalt zu schätzen wissen. Und beides wird in der Hückelhovener Mehrzweckhalle geboten, wenn die Museumsbetreiber ihre Verkaufstische aufstellen und zum Handel mit den Mineralien und versteinerten Urzeitbewohnern einladen. Und einen zehn Millionen Jahre alten Haifischzahn für fünf Euro sollte jeder zu Hause haben. Doch auch Schmuck aus den edlen Steinen war zu sehen und zu kaufen.

Traditionell ist die Mineralienbörse in Hückelhoven ein Event, das Mineraliensammler in der Grenzregion vorgemerkt haben. Ein Anbieter fehlte in diesem Jahr: Peter Rademachers aus dem Selfkant, der seit 15 Jahren dabei war, war eine Woche zuvor verstorben. Er war ein Exot unter den Ausstellern, weil er sich hauptsächlich für Sand interessierte. In kleinen Proben konnte man bei ihm Sand von nahezu allen Stränden und aus allen Wüsten der Welt kaufen. Ein Highlight seiner Sammlung war der Mondsand, der immer wieder Neugierige anzog.

Auch ein weiterer Stammgast wird bald fehlen: Klaus Moldering war mit den Resten seiner Sammlung angetreten, denn er hängt das Hobby aus Altersgründen an den Nagel. Da kein Nachfolger in Sicht war, der die Frucht 30-jähriger Leidenschaft übernehmen konnte, und Moldering Angst hatte, die Stücke könnten einmal auf dem Müll landen, beschloss er, seine Sammlung zu verkaufen.

Arge benötigte die Räume

Trotz solcher Abgänge schaut Vorsitzender Matthias Schmitz positiv in die Zukunft. „Für das kommende Jahr liegen schon die ersten Anmeldungen vor.“ So sei schon abzusehen, dass im nächsten Jahr 40 Tischmeter Ausstellungsfläche mehr auf die Besucher warten. Auch am Museum tut sich einiges: Nach dem Auszug aus dem Gebäude an der Ludovicistraße befindet sich die Werkstatt der Mineralienfreunde in drei Containern auf dem Parkplatz vor dem Museum.

Der Auszug war nötig geworden, weil die Arge die Räume dringend benötigte. „Wir sind sehr zufrieden mit der Lösung, denn die Container haben Wohnzimmerqualität“, lautete Franz Jankes Meinung. Der zweite Vorsitzende hatte schon morgens kurz nach dem Beginn der Börse sein Erfolgserlebnis: „Ein Mann kam zielstrebig auf meinen Stand zu und kaufte einen rund 60 Kilo schweren Amethyst aus Brasilien“, berichtete er. „Der wusste genau, was er wollte und hatte ein Auge für die Schönheit des Stückes.“ Da die meisten der Besucher vom Fach sind, entwickeln sich die meisten Verkaufsgespräche zu einer interessanten Fachsimpelei.

Mit im Getümmel standen kunstvoll gefertigte Weihnachtspyramiden. Sie sind das zweite Hobby des Vorsitzenden, seit sich der ehemalige Reviersteiger vor rund 15 Jahren selbst das Schnitzen beigebracht hat. Die Pyramiden bildeten eine willkommene Abwechslung und luden zum Bestaunen der filigranen Handarbeiten ein. Sie sind auch im Bergbaumuseum an der Ludovicistraße ausgestellt.

(hewi)
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