Kreis Heinsberg: Masern: Gesundheitsamt rät, den Impfschutz überprüfen zu lassen

Kreis Heinsberg: Masern: Gesundheitsamt rät, den Impfschutz überprüfen zu lassen

„Im Kreis Heinsberg musste das Gesundheitsamt in diesem Jahr noch keine Masernerkrankung verzeichnen.“ Dies teilte am Dienstag die Pressestelle des Kreises mit. Zugleich wurde aber vom Gesundheitsamt des Kreises der Ratschlag erteilt, den Impfschutz überprüfen zu lassen.

Der Anteil der vollständig geimpften Kinder im Grundschulalter liegt nach Angaben des Kreises seit Jahren bei über 95 Prozent. Diese Impfquoten seien durch regelmäßige Impfpassaktionen, Aufklärung und die Arbeit der behandelnden Ärztinnen und Ärzte erreicht worden. Dadurch sei eine Ausbreitung der Masern in dieser Altersgruppe unwahrscheinlich.

Bei Erwachsenen seien Impflücken hingegen vermehrt bekannt. In umliegenden Städten wie Köln und Duisburg würden zunehmend Masernerkrankungen gemeldet.

Erklärung der Amtsärztin

Amtsärztin Heidrun Schößler erklärte: „Ich möchte die Ausbreitung in den Nachbarstädten zum Anlass nehmen, auf die Notwendigkeit von Masernimpfungen hinzuweisen.“ Das Gesundheitsamt empfiehlt demnach dringend, den Masernschutz zu überprüfen und diesen bei Bedarf nach den Empfehlungen der ständigen Impfkommission zu komplettieren. Jeder Arztkontakt sollte genutzt werden, um den Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls ergänzen zu lassen.

Derzeit ist Nordrhein-Westfalen im aktuellen Jahr bis zur 23. Kalenderwoche mit 165 Masernfällen konfrontiert gewesen, so die Informationen des Kreises. Dabei seien allein in Köln 90 Erkrankte in den letzten drei Monaten zu verzeichnen gewesen, in Duisburg 35 Erkrankte und weitere 40 in 18 anderen Kreisen.

Eine besondere Gefährdung durch Masern besteht laut Kreis-Darstellung für Säuglinge, die für eine Impfung noch zu jung seien, für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden dürften, sowie für alle anderen, die keinen ausreichenden Impfschutz besitzen würden, da sie überhaupt nicht oder nur einmal geimpft worden seien.

Die ständige Impfkommission empfehle eine zweimalige Impfung ab einem Alter von elf Monaten im Abstand von mindestens vier Wochen. Die zweite Impfung sollte spätestens vor dem zweiten Geburtstag verabreicht werden. Erst nach der zweiten Impfung werde der optimale Schutz vor Masern erreicht.

Auch Erwachsene seien nur durch eine entsprechende Immunität vor der Krankheit geschützt. Wer nie an Masern erkrankt gewesen und nie oder nur einmal dagegen geimpft worden sei, sollte die Impfung beziehungsweise Impfungen so schnell wie möglich nachholen lassen.

Informationen

Infos zum Thema Impfungen sind im Internet auf der Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) zu finden unter www.bzga.de oder direkt unter www.­infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/masern. Die BZGA ­bietet auch kostenlose Faltblätter zur Impfung gegen Masern in elf verschiedenen Sprachen an.

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