Erkelenz-Hetzerath: Markt zeigt schöne Seiten des Landlebens

Erkelenz-Hetzerath: Markt zeigt schöne Seiten des Landlebens

Auf dem 17. Bauernmarkt zum Erntedank gab es wieder alles, was das Land und die Heimat an Erzeugnissen aufzubieten haben. Der Fokus liegt natürlich auf der Landwirtschaft, doch traditionell waren unter den rund 130 Ausstellern auch viele, die ihr Kunsthandwerk, seltene Ernteerzeugnisse oder die gefiederten und vierbeinigen Ergebnisse ihrer züchterischen Arbeit präsentierten.

Ein Bummel über das Hohenbuscher Gelände lohnte sich also nicht nur wegen des Wetters für die Besucher. Die waren nicht nur aus dem Erkelenzer Land gekommen, denn der Hohenbuscher Bauernmarkt ist weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt und beliebt. Zum Beispiel bei Rolf Bell, der „die Sonne Griechenlands“ im Gepäck hatte.

Landwirtschaft wie anno dazumal: Was Traktoren alles können, konnten die Besucher des 17. Bauernmarktes am Haus Hohenbusch ebenso bestaunen wie Kunsthandwerk oder selten gewordene Utensilien, wie den Stopfpilz, den Anna-Maria Pfeiffer (Mitte) an ihrem Kurzwarenstand anbot. Und natürlich gab es auch frisches Gemüse. Fotos (4): hewi Foto: hewi

Der Kerpener hat sich dem Olivenanbau und der Verwertung der Oliven verschrieben. In der Nähe von Kalamata auf der Peloponnes baut er selbst Oliven an und kann so für die Qualität seiner Produkte bürgen. Er leiste „Aufklärungsarbeit in Sachen Olivenöl“, erklärte er. „Mein Öl unterscheidet sich schon geschmacklich von der Massenproduktion, die man im Supermarkt erhält.“ Die Märkte, die er bereist, dienen ihm vor allem zur Kontaktpflege. Sein Geschäft mache er über den Versandhandel, betonte er. Eine Spezialität, die es zu probieren galt, war Olivenmarmelade. Auf Brot und Käse wirklich eine Delikatesse, zeigte der Selbstversuch.

Landwirtschaft wie anno dazumal: Was Traktoren alles können, konnten die Besucher des 17. Bauernmarktes am Haus Hohenbusch ebenso bestaunen wie Kunsthandwerk oder selten gewordene Utensilien, wie den Stopfpilz, den Anna-Maria Pfeiffer (Mitte) an ihrem Kurzwarenstand anbot. Und natürlich gab es auch frisches Gemüse. Fotos (4): hewi Foto: hewi

Schon seit einigen Jahren ist auch Ralf Finders mit seiner Fischräucherei auf Hohenbusch dabei. Beim Olivenhändler schaut er vor allem wegen des Ouzos vorbei. „Der ist so gut, den gibt man normalerweise nicht einmal seinen Freunden“, lautete sein Urteil.

Rollkorb: Ganz gemütlich bummelten diese Besucher mit ihrem Einkauf über den Bauernmarkt. Foto: hewi

Eine Gasse weiter auf dem Innenhof gab es „Kurzwaren mit Pfiff“, wie das Schild an Anna-Maria Pfeiffers Stand verriet. Reißverschlüsse, Knöpfe, Garn und Stopfpilze waren begehrte Fundsachen für die Marktbesucher. „Früher gab es in jedem Ort Kurzwarengeschäfte“, erklärte die Rheindahlenerin. Die würden den Menschen jetzt fehlen. Seit sechs Jahren kommt sie nach Hohenbusch, mit dem Umsatz sei sie stets zufrieden, erklärte sie. Neben den Bauernmärkten im Umfeld ist sie auch alle 14 Tage auf dem Erkelenzer Wochenmarkt mit ihrem Kurzwarensortiment dabei.

Im Laienbrüderhaus gab es Kunsthandwerk, eine Etage darüber die zwölfte Euregioschau des Rasse- und Ziergeflügelzuchtvereins Odenkirchen.

Vor dem Laienbrüderhaus saß Gerda Poot aus Waldfeucht am Spinnrad. „Ich gehöre hier schon zum Inventar“, erklärte sie, während sie seelenruhig und vom Trubel unbeeindruckt die Wolle spann. Zeit für ein Schwätzchen mit den Zuschauern hatte sie dabei auch noch.

Ein Streichelzoo für die jungen Besucher durfte natürlich nicht fehlen. Am und auf dem Turnierplatz hinter dem Herrenhaus gab es Lamas, Esel, Ziegen und allerlei Getier, das ebenso süß anzusehen wie übel für die Nase ist.

Die Lanz-Bulldog-Freunde demonstrierten alte Ernte- und Weiterverarbeitungstechniken, wobei natürlich die schnaufenden und qualmenden historischen Gerätschaften die Hauptrolle spielten. So bot der Bauernmarkt viele gute Gründe dafür, weshalb das Leben auf dem Lande schön sein kann.