Erkelenz-Lövenich: Margit Kruse liest aus ihrem neuen Roman „Opferstock“

Erkelenz-Lövenich: Margit Kruse liest aus ihrem neuen Roman „Opferstock“

Die Gelsenkirchener Autorin Margit Kruse war in der Raiffeisenbank zu Gast, um ihren neuen Roman „Opferstock“ im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultur in der Bank“ vorzustellen. Die 60-jährige Autorin hat sich mit ihren Ruhrpott-Krimis schon eine Fangemeinde erschrieben, die vor allem schätzt, dass es in ihren Büchern nicht immer so todernst zugeht — auch wenn es sich um Mord handelt.

Marketingleiter Thomas Brockers betonte bei der Begrüßung, dass das neue und abwechslungsreiche Kulturangebot der Genossenschaftsbank gut angenommen werde. Zur Eröffnung hatte der Erkelenzer Autor Kurt Lehmkuhl aus seinem Braunkohlekrimi „Kohlegier“ gelesen, Ende September waren mit Joy Mills und Tom Parker zwei Stars der internationalen Folkszene zu Gast im Veranstaltungsraum der Hauptgeschäftsstelle. Margit Kruse entführte mit „Opferstock“ zunächst ins Bergische Land, genauer in den Ort Lieberhausen. Der, so wusste sie zu berichten, habe schon als Kulisse für die Serie „Mord mit Aussicht“ fungiert. Und das, obwohl die Serie in der Eifel spielt. Die Handlung spielt also teilweise in Gelsenkirchen und teilweise in dem Gummersbacher Ortsteil, den sie mit viel Liebe zum Detail beschrieb.

Hobbyermittlerin als Hauptfigur

Die Hauptfigur ist wieder die Hobbyermittlerin Margareta Sommerfeld, von deren Fällen auch schon die letzten vier Romane Kruses erzählen. Mit viel Humor und Liebe zum Detail beschreibt sie die Geschichte, die streckenweise wie eine Liebesroman daherkommt.

Dabei geht es um ein bitterernstes Thema. Denn ein viele Jahre zurückliegender Fall von Kindesmissbrauch bei einer kirchlichen Ferienfreizeit wird aufgerollt, nachdem der Pfarrer von Ückendorf erschlagen in seiner Kirche St. Michael aufgefunden wird. Das rührt vor allem bei Jens Eigenhardt ungeliebte Erinnerungen auf.

Er beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln, und trifft in der Lieber-hausener Kirche auf Kruses Ermittlerin Sommerfeld. Und die wird immer mehr in die Geschichte hineingezogen, obwohl oder vielleicht gerade weil sie sich in einen der Tatverdächtigen verliebt hat.

Die Besucher der Lesung konnten einige Male herzhaft lachen, denn Kruse bewies Humor und Erzähltalent. Sie bewies eindrucksvoll, dass auch Geschichten von Mord und Totschlag humorvoll erzählt sein können.

Und obwohl sie nicht verriet, wer denn nun der Mörder in ihrem Krimi ist, machte sie den Zuhörern in Lövenich Lust auf ihren Roman „Opferstock“ und ihre weiteren Ruhrgebietskrimis.

(hewi)