Wassenberg: Mandolinenorchester Karken überzeugt mit Harmonie und Präzision

Wassenberg: Mandolinenorchester Karken überzeugt mit Harmonie und Präzision

Mit dem „Konzert an der Krippe“ war dem Mandolinenorchester Karken in der Kirche St. Georg eine bemerkenswerte Veranstaltung gelungen. Unter Leitung der Dirigentin Renate Reich bot das Orchester mit seinen mitwirkenden Gastmusikern Ina Backwinkler (Querflöte), Sabrina Simon (Gesang) und dem syrischen Musiker Waged Saadi auf seiner siebenseitigen Langhalslaute einen Querschnitt musikalischer Werke von der Klassik über Musicals bis zur Volksmusik.

Die 16 Musikerinnen und Musiker deckten die klassische Besetzung des Mandolinenorchesters von der Mandoline über die Mandola und den Kontrabass bis zu den Gitarren ab. Mit seinem harmonierenden Zusammenspiel gab das Orchester die notwendige Sicherheit für die Integration der Gastmusiker in die gemeinsamen Interpretationen. Durch das abwechslungsreiche Programm führte Tina Schluns mit wohldurchdachten Informationen zu den gespielten Werken.

Großartig: Waged Saadi beim Spiel mit der Langhalslaute. Foto: Johannes Bindels

Nach dem einführenden Beitrag „Hongaria“ folgte der Beitrag „Ein gut Danceren“ im Zusammenspiel mit der Querflötenspielern Ina Backwinkler mit einem Potpourri aus polnischer, schottischer und englischer Tanzmusik. In den Gesangsbeiträgen „Can you feel the love tonight“ aus dem Musical „König der Löwen“ und „Wishing you were somehow“ von Andrew Lloyd Webber aus dem Musical „Phantom der Oper“ demonstrierte Sabrina Simon, über welches Stimmvolumen sie verfügte.

Im Wechsel von orchestralem Spiel des Mandolinenorchesters und dem Zusammenspiel mit dem Querflötenspiel von Ina Backwinkler bei den Interpretationen „Planxty O´Carolan“, „Cordillera“ oder „Guantanamera“ erlebte das Publikum eine musikalische Reise durch bekannte irische, spanische und kubanische Folkweisen. Nicht minder überzeugend gelang das harmonische Zusammenspiel mit Sabrina Simon, welches insbesondere Orchester und Gesang bei der Interpretation von „Cantique de Noe´l“, dem Lob an die Weihnachtszeit, stimmungsvoll gelang.

Mit zwei Beiträgen, einem instrumental gespielten melancholischen Stück und einem weiteren wundervollen Lied mit gesungenen Passagen führte Waged Saadi in die klangliche Welt syrisch-arabischer Musik, die an gelungen umgesetzte Lyrik erinnerte. Dass auch der oft genug bei Konzerten präsentierte Beitrag „Halleluja“ von Leonard Cohen Beifall auslöste, war nicht nur dem Zugeständnis an das Publikum zuzurechnen.

Im letzten Konzertbeitrag „Amazing Grace“ spielten dann alle Konzertmitwirkenden gemeinsam. Traditionell endete das mehr als eineinhalbstündige Programm dann im gemeinsamen Spiel und Singen der Weihnachtsweisen „Oh du fröhliche“ und „Stille Nacht“ mit dem Publikum. Der Beifall war wohlverdient und mehr als berechtigt.

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