Mahnwache von „Alle Dörfer bleiben“ vor der Lambertuskirche

Mahnwache : Bündnis fordert Erhalt der Kirchen

„Kirchen im Dorf lassen!“ Unter diesem Motto erinnerte das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ vor der Pfarrkirche St. Lambertus an den Immerather Dom. Dieser war vor genau einem Jahr der Abrissbirne zum Opfer gefallen, da unter seinem Fundament Braunkohle liegt.

Das Bündnis wollte die Besucher des Sonntagsgottesdienstes mit seiner Mahnwache daran erinnern, dass in den kommenden Jahren weitere kirchliche Baudenkmäler in den Tagebauorten verschwinden werden.

„Die Pfarre muss den Verkauf und die Entwidmung der Gotteshäuser stoppen“, erklärte Britta Kox vom Bündnis. Gemeinsam mit Andreas Cichy hatte sie die Mahnwache vor St. Lambertus organisiert. Die Berveratherin erinnerte an einen Beschluss der Kirche aus dem Jahr 1995, wonach für Tagebauzwecke kein Kirchenland hergegeben würde. Davon sei die Kirche schnell abgewichen. Nun schaffe sie auch schnell Fakten, erklärte Kox. Denn im Gegensatz zum Immerather Dom, der noch lange genutzt werden konnte, solle die Keyenberger Kirche schnell entwidmet werden. Und das, obwohl es am neuen Standort der Umsiedler dann noch keine Kirche geben werde.

Von ihrer Aktion erhoffen sie und ihre Mitstreiter sich ein Umdenken in der Kirchengemeinde. Mit einer Petition appelliert die Initiative an die katholische Kirche, den Verkauf und die Entwidmung der Kirchen zu verweigern. So könnten sich ihrer Meinung nach die Prozesse zum Abriss der Dörfer verlangsamen und auf etwaige Ergebnisse der Kohlekommission in Berlin gewartet werden. „Kirchen im Dorf lassen“ wird unterstützt von den Katholikenräten der Regionen Düren und Mönchengladbach, dem Institut für Theologie und Politik, dem Diözesanrat im Bistum Aachen sowie der Initiative „Kreativ gegen Kohle". Bislang wurden über 1600 Unterschriften gesammelt.

Gegenüber der Kirche wurde ein Kranz niedergelegt, der an den Jahrestag des Abrisses erinnerte. Über die Zukunft der beiden Kirchen in Kuckum und Keyenberg sowie der Kapelle in Berverath ist nach Ansicht des Bündnisses noch nicht entschieden. „Die Pfarre muss den Verkauf der Kirchen stoppen“, lautete deshalb die Forderung der rund 50 Teilnehmer.

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