„Löcher – Das Geheimnis von Green Lake“: Theateraufführung in Erkelenz

„Löcher – Das Geheimnis von Green Lake“ : Schwer durchschaubar und überzeugend gespielt

Zu einem „Schauspiel für die ganze Familie“, wie es in der Ankündigung heißt, hatte die Kultur GmbH Erkelenz in die Stadthalle eingeladen. Vor voll besetztem Haus wurde das Stück „Löcher – Das Geheimnis von Green Lake“ nach dem Bestseller des Amerikaners Louis Sachar vom Jungen Theater Bonn aufgeführt.

Das Junge Theater Bonn gibt es seit 1969. Sein Ensemble besteht heute aus rund 25 fest angestellten Mitarbeitern: Schauspielern, Technikern, Ausstattung und Verwaltung. Mit diesem Team produziert das Junge Theater in jeder Spielzeit fünf bis sechs neue Stücke für Zuschauer aller Altersgruppen in rund 300 Vorstellungen in Bonn und weiteren 60 bis 70 Vorstellungen in anderen Städten. Es gilt als das bestbesuchte Kinder- und Jugendtheater Deutschlands mit rund 135.000 Besuchern pro Spielzeit. In den „Löchern“ spielen insgesamt 20 Kinder in zwei gleichwertigen wechselseitigen Besetzungen, bei denen sie auch im Rahmen der Vorgaben mitgewirkt haben.

Die Geschichte um Stanley und Elya Yelmats und seinen Freund Zero, die im Übrigen ihre Rollen sehr überzeugend darstellten, ist eigentlich keine in sich geschlossene Erzählung von unmittelbar zusammenhängenden Ereignissen, sondern ein Ineinander von Begebenheiten, die innerhalb von anderthalb Jahrhunderten stattgefunden haben, sich um die Geschichte der Familie Stanley drehen, die angeblich mit einem Fluch beladen ist und in der es von Mord und Totschlag und allerhand Undurchsichtigem geht. So gehen viele Zeitstufen oft nahtlos ineinander über und sind für das Publikum oft schwer durchschaubar.

Das Ganze ist eingebettet in die menschenverachtenden Methoden eines Umerziehungslagers für schwer erziehbare Jugendliche, die bei sengender Sonne Tag für Tag große Löcher graben müssen. Daher auch der erste Teil des Titels; der zweite Teil bezieht sich auf das am Ende gelüftete Geheimnis, nämlich den Fund eines Koffers mit wertvollem Inhalt im ausgetrockneten „Grünen See“.

Und dies alles wird nach der Inszenierung von Moritz Seibert überzeugend über die Rampe gebracht von den jugendlichen Darstellerinnen und Darstellern aus Bonn. Wofür es am Ende auch reichlich Beifall gab – wenn auch die Schauspielkunst manches Ungereimte überspielte. Bleibt noch das Bühnenbild zu erwähnen, das aus einer Menge von Tischen bestand, auf denen und unter denen sich oft allerhand Spektakel abspielte.

Dass die Schaubühne nach Schiller hauptsächlich eine moralische Anstalt sein soll, also Mittel zum Zweck, die unguten Zustände in einer Gesellschaft abzuschaffen, wird in dem Stück nur nach sehr genauem Hinsehen deutlich.

(hl)