Kreis Heinsberg: Lobende Worte für die Jugendwerkstatt

Kreis Heinsberg: Lobende Worte für die Jugendwerkstatt

Die Feier zum 40-jährigen Bestehen der Jugendwerkstatt Hilfarth stand unter einem guten Stern. Die Sonne schien. So konnte die gesamte Feier, die von NEW sowie Kreissparkasse unterstützt wurde, auf dem Außengelände in Hückelhoven-Hilfarth an der Fichtenstraße stattfinden. Auch viele ehemalige Teilnehmer waren gekommen, um die Gäste zu bewirten.

Ihre Teilnahme wurde als ein Beleg dafür gewertet, dass sie der Einrichtung dankbar seien, dass diese als offene und freiwillige Maßnahme ihnen bis zu einem Jahr die Möglichkeit geboten habe, in Form von Theorie und Praxis allgemeine, berufs- und arbeitsweltbezogene Schlüsselkompetenzen zu erwerben. So ließ Leiterin Simone Jansen beim offiziellen Teil auch die Jugendlichen, um die es bei der Arbeit geht, zu Wort kommen.

Marius und Anna berichteten auf der Bühne, wie sie es geschafft haben, mit Hilfe der Jugendwerkstatt die wichtigsten Grundsätze des Arbeitslebens und des sozialen Miteinanders wie Pünktlichkeit, Regelmäßigkeit und Respekt sowie Achtung des Anderen zu erlernen.

Marius hat eine feste Arbeitsstelle und nun die Chance auf eine Ausbildung, Anna hat dies bereits geschafft und gerade ihre Ausbildung im Sozialen Dienst mit einer sehr guten Prüfung abgeschlossen. „Durch die Jugendwerkstatt bin ich viel selbstbewusster geworden und habe gelernt, wie ich mich im Berufsleben zu verhalten habe“, sagte sie.

Dass es damals richtig gewesen sei, die Jugendwerkstatt zu gründen, unterstrich Gottfried Küppers, Geschäftsführer des Caritasverbandes für die Region Heinsberg. Die Jugendwerkstatt sei 1978 als Werkeinrichtung für Jugendliche aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit ins Leben gerufen worden. 23 Jahre später habe der Caritasverband die Trägerschaft von der Stadt Hückelhoven übernommen, eine Gruppe der Werkeinrichtung nach Geilenkirchen ausgelagert und in eine Schulwerkstattgruppe umgewandelt, um schulmüde Jugendliche wieder zu motivieren.

Im Jahr 2015 sei eine weitere Schulwerkstatt in Erkelenz hinzugekommen. Küppers stellte heraus, dass es heute trotz des Angebotes an Ausbildungsplätzen schwierig sei, Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, die nicht über einen Schulabschluss verfügen würden, in eine Ausbildung zu vermitteln.

Die Jugendwerkstatt biete ihnen eine Chance und sei eine gezielte Maßnahme, um jungen Menschen eine schulische und berufliche Perspektive zu bieten.

Deshalb dankte Küppers auch den Gründern der Jugendwerkstatt, den Gremien des Caritasverbandes, die die Entscheidung mitgetragen hätten, vor 17 Jahren die Trägerschaft zu übernehmen, dem Kreis Heinsberg für die fachliche Mitarbeit und Finanzierung der Einrichtung, dem Beirat, dem Landschaftsverband Rheinland für das inhaltliche und fachliche sowie dem Land für das finanzielle Engagement, den Schulen als Kooperationspartner sowie den Mitarbeitern der Jugendwerkstatt und Schulwerkstätten als „erfahrenes und motiviertes Team, das zum Erfolg der Einrichtung beitrug“.

Seinen Worten schloss sich Landrat Stephan Pusch an. In vier Jahrzehnten habe die Einrichtung wertvolle Arbeit und Dienst am Menschen geleistet und da geholfen und unterstützt, wo sowohl Eltern und Familie als auch staatliche Einrichtungen den Zugriff verloren hätten, betonte er.

Mit der Jugendwerkstatt und den Schulwerkstätten seien Einrichtungen geschaffen worden, die an den Schnittstellen zwischen Schule, Familien und Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen tätig würden. „Unter dem Dach der Caritas — Wertschätzung, Wohltätigkeit und göttliche Liebe — stehen die Menschen im Mittelpunkt. Sie setzen hier auf das nette, vertrauensvolle Miteinander, auf gegenseitige Achtung und vermitteln elementare Werte“, so Pusch. Dies sei eine anspruchsvolle und oft schwierige Aufgabe. Dafür gebühre der Einrichtung Dank, sagte der Landrat.

Damit überließ er das Wort Uta Fonrobert als Vertreterin des Landschaftsverbandes Rheinland (Landesjugendamt). Die Jugendwerkstatt habe die Kompetenzen der ­Jugend im Blick. Sie leiste einen wichtigen Beitrag zur Prävention und dem Ausgleich von Nachteilen, sagte sie. Die Einrichtung gehöre zum Netzwerk an Angeboten der Berufsorientierung, indem sie Jugendliche mit vielen Problemlagen fördere. „Hier können sie sich beruflich orientieren und sogar einen Abschluss machen“, so Fonrobert. „Danke, dass die Jugendwerkstatt, die Mitarbeiter und Partner sich 40 Jahre engagiert haben“, schloss sie.

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