Literaturkurs des Hückelhovener Gymnasiums führt Stück "Solaris" auf

Literaturkurs : Fesselnd „Solaris“ auf die Bühne gebracht

Der Roman „Solaris“ des polnischen Autors Stanisław Lem aus dem Jahr 1961 ist ein echter Klassiker des Science-Fiction-Genres, wurde bereits dreimal verfilmt und diente schon häufig als Vorlage von Bühnenaufführungen – so auch nun bei den Theateraufführungen des Literaturkurses des Gymnasiums Hückelhoven.

Mit insgesamt vier Veranstaltungen unterhielten sie die zahlreichen Besucher im besten Maße.

„Solaris“ heißt ein von der Erde weit entfernter Planet, der nun mittels Raumstation erforscht werden soll und von einem gallertartigen Plasma-Ozean mit unerklärlichen Eigenschaften umhüllt ist. Es ist unklar, ob es sich bei der sich verändernden Oberfläche um Zufallserscheinungen oder sinnvolle Ausdrücke einer außerirdischen Intelligenz handelt. Auch auf der Erde wird Solaris immer populärer. Aufgrund seiner Diplomarbeit reist der Psychologe Kris Kelvin, in Doppelbesetzung verkörpert durch Berkan Günes und Dominik Braunstein, zur Raumstation, bis er auf die verstörten Besatzungsmitglieder Snaut (Raul Duca und Selina Yurdusever) und Sartorius (Paul Weirowitz und Michelle Böttcher) trifft.

Sie fühlen sich zu den mysteriösen Besuchern hingezogen, sodass sie dabei den Selbstmord ihres Kollegen Gibarian gar nicht registrieren. Nach kurzer Zeit bekommt auch Kris Besuch von seiner seit zehn Jahren toten Ehefrau Haley (Sophia Dahmen und Luisa Leffers), versucht die Erscheinung jedoch zunächst durch naturwissenschaftliche Sachlichkeit zu ergründen. Die drei Menschen an Bord der Raumstation bemerken, dass es sich bei den Besuchern um Träume und Erinnerungen handelt, die von außerirdischer Intelligenz materialisiert werden. Schließlich werden sie selbst Objekte dieser Experimente und versuchen sich zu wehren. Während Snaut und Satorious ihre Gäste vernichten wollen, fängt Kris an, eine Vertrauensbasis zu seiner dargestellten Frau aufzubauen.

Insgesamt wirkten 24 Darsteller und 16 Menschen hinter den Kulissen aus dem Literaturkurs der Q1 der Oberstufe bei den Theateraufführungen mit. Gestaltet war das C-Gebäude des Gymnasiums in Form eines riesigen Raumschiffs, welches den Aufwand des Stücks unterstrich. Die Regie übernahm Peter Rohe, Lehrer des Kurses. Er leitete ebenfalls die disziplinierten Proben, die seit den Sommerferien wöchentlich stattfanden.

Die Theateraufführungen stellten den Abschluss des EU-Förderprogramms Erasmus+ dar – ein europäisches Austauschprogramm mit jugendpolitischer Zusammenarbeit. Daher waren auch einige ausländische Gäste vor Ort, um die Arbeit des Literaturkurses zu bestaunen.

Peter Rohe hatte den Roman „Solaris“ für die Aufführungen ausgewählt, da das Thema – die Gefahren moderner Wissenschaft – das Austauschprogramm passend abschließe. Die Begeisterung des Publikums wurde an allen Veranstaltungstagen deutlich durch tosenden Applaus.

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