Erkelenz: Liebe in fast allen Facetten: Humor zum Start der Leseburg-Saison

Erkelenz: Liebe in fast allen Facetten: Humor zum Start der Leseburg-Saison

Die Liebe in ihren vielen Facetten stand im Mittelpunkt des Programms, mit dem Christiane Breucker und Frank Rimbach die neue Leseburg-Saison im Café Kö eröffneten. „Liebes Rauschen“ nannten sie ihre Auswahl an Texten, die das Verzweifeln an der Liebe ebenso zum Thema hatten wie die Größe und Ewigkeit des Gefühls.

Frank Rimbach kennt man in Erkelenz als den Erfinder der Open Stage, einer Talentbühne in der Leonhardskapelle. Seine Bühnenpartnerin Christiane Breucker aus Dortmund hat sich als Schauspielerin mit Soloprogrammen und als Theaterpädagogin einen Namen gemacht. Ihr Streifzug in die Welt der Liebe begann mit der Kontaktanzeige aus Svende Merians „Tod eines Märchenprinzen“ aus den alternativ angehauchten späten 70ern und der Antwort des Märchenprinzen aus der Feder von Henning Venske, in der es heißt: „Ich könnte mir den Kopf kratzen, aber der Sack ist mir nun einmal näher.“

Es folgte eine Revue der großen Namen und ihrer eindringlichen Zitate wie der Erkenntnis: „Das Leben wäre vielleicht einfacher, wenn ich dich nicht getroffen hätte.“ Ein frommer Wunsch, der auf so manches Verliebtsein folgt. Breucker verriet als Braut die Geheimnisse des idealen Heiratsantrags und postulierte, dass Männer beim Fußball ähnliche Gefühle entwickeln könnten wie Frauen in der Liebe.

Frank Rimbach berichtete von Francoise Villan und dessen Liaison mit einer Prostituierten — „In dem Kabuff, in dem wir beide wohnen“. Und natürlich durfte auch „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund“ nicht fehlen, bei dem man jedoch zuerst „den Kinski aus dem Kopf bekommen“ müsse, wie Rimbach betonte. Sein Villan klang zumindest ganz anders. Charles Baudelaires „Mein Weib ist tot, jetzt bin ich frei“ klang nur beim ersten flüchtigen Hinhören wie ein befreiender Stoßseufzer. Charles Bukowskis stärkste Zeilen waren an seine Mutter gerichtet.

Neben Literatur und großen Gefühlen gab es auch Loriot und einen kaputten Fernseher, wobei Rimbach und Breucker das Ehepaar ohne abendliche Beschäftigung verkörperten. Der Dialog gipfelte in seinem empörten „Ich lasse mir von einem kaputten Fernseher nicht vorschreiben, wann ich ins Bett zu gehen habe“.

Zur Liebe gehört natürlich auch immer die Wehmut über das verflossene Gefühl. Den Schlusspunkt setzte Rimbach mit dem Abschiedsbrief des kanadischen Liedermachers Leonard Cohen an die Frau, der er einmal das traurigste Liebeslied der Welt gewidmet hatte: „Now so long, Maryanne“. Als musikalischer Partner war der Mönchengladbacher Musiker Marcel Rommerskirchen dabei, um zur richtigen Zeit das passende Lied dazu aus dem Off einzuspielen.

Die Leseburg geht am 24. November mit der Heinsberger Autorin Heidi Hensges weiter. Auch bei ihrem Buch „Ein Herz aus Marmelade“ dreht sich alles um die Mutter der Gefühle.

(hewi)
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