Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule Hückelhoven-Ratheim hat neuen Schulleiter

Neuer Schulleiter : „Ich will hier nicht krempeln“

Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Hückelhoven-Ratheim hat einen neuen Schulleiter. Peter Lambertz war zuvor sechs Jahre Sportdezernent in Köln, aber es hat ihn zurück zur Basis gezogen.

In seinem Büro lehnt ein Plakat an der Wand auf dem in schwungvollen Buchstaben geschrieben steht „Herzliche Willkommen!“. Gemalt haben es Schüler der 6b, die den neuen Schulleiter der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule noch gar nicht kannten, als sie ihm das Bild auf Pappe pinselten – Palmen vor einem rot-orangen Sonnenuntergang, ein Bild wie eine Urlaubspostkarte. Als wollten sie ihm eine entspannte Zeit wünschen. „Nett, nicht?“, fragt Peter Lambertz.

In die imaginäre Hängematte gelegt hat er sich allerdings in seinem ersten Monat an der Ratheimer Schule noch nicht. „Keine Zeit“, sagte er. Der 61-Jährige hat am ersten Tag einfach mit der Arbeit begonnen. „Das ist wie früher, von 12 bis mittags 20 Entscheidungen getroffen.“ Er lacht. Das sei anders als in der Verwaltung. Peter Lambertz weiß, wovon der spricht, denn an einem Ort, an dem Entscheidungen lange Wege gehen, hat er die vergangenen sechs Jahre verbracht: beim Dekanat 48 in der Bezirksregierung in Köln. Als Sportdezernent war er zuständig für Schulsport, Leistungssport, Sportstättenbau, Sportgroßveranstaltungen und die Verbandsarbeit.

Aber der Kontakt zur Basis, zu Schülern und Eltern habe ihm schon früh gefehlt, erzählt der . Und ja, als er kürzlich im Radio hörte, dass es in NRW 500 Kilometer Stau gab, war er froh: „Ich stehe nicht mehr mittendrin.“ Auch das habe eine Rolle gespielt, als er sich auf die freigewordene Stelle von Georg Schiefelbein beworben hat. Manchmal war er zweieinhalb Stunden von Erkelenz nach Köln unterwegs.Und aus Erkelenz, wo er mit Frau und Tochter seit 25 Jahren lebt, wollte er nie wegziehen. Dort hat er auch gewohnt, als er zehn Jahre lang Schulleiter der Realschule in Alsdorf-Ofden war.

Geboren im Immerather Krankenhaus, aufgewachsen in Pesch, das die Braunkohlebagger sich schon einverleibt haben, fühlt er sich in der Region Zuhause. Früher hat er beim ETV Handball gespielt und etwas später eine Mannschaft trainiert. Bis er wegen einer Verletzung pausieren musste, spielte er auch Tennis in Erkelenz. Heute tankt er Kraft beim sonntäglichen Golfspielen mit seiner Frau.

Anfang beim Kreis Neuss

Gewechselt hat Peter Lambertz seine Stelle schon oft. Begonnen hat seine Laufbahn beim Kreis Neuss im Amt für Schulverwaltung. Dann folgten Stationen an einer Gesamt­schule in Willich, der Realschule Erkelenz, als Konrektor der Realschule Jüchen (heute Gesamtschule) und zuletzt hat er als Sport- und Mathematiklehrer vor Schülern der Realschule Alsdorf-Ofden gestanden und die Neubaupläne mitgestaltet.

Auch heute unterrichtet er seine beiden Fächer in einer 8. und einer 6. Klasse. War es ein schwieriger Einstieg nach sechs Jahren Pause? „Manchmal fragt man sich nach sechs Wochen Sommerferien, ob man es noch kann. Nach sechs Jahren war es kein Problem. Das ist wie Fahrradfahren“, sagt Lambertz und grinst.

Schnell macht er noch ein Foto mit seinem Handy von den Notizen, die er sich bei einem Gespräch mit einer Kollegin gemacht hat, die gerade das Büro verlassen hat. Er traue der Zettelwirtschaft nicht, das Foto finde er schneller wieder, sagt er. Technikaffin ist er schon mal, der neue Schulleiter der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule. Deshalb ist Lambertz auch gespannt, was die Stadt Hückelhoven mit den 180.000 Euro, die vom Land pro Schule für die Digitalisierung vorgesehen sind, anstellen will.

Noch gibt es Probleme mit dem WLAN und er hätte gerne in jedem Klassenraum einen Beamer, ein Laptop und eine Sound-Anlage, um den Unterricht zeitgemäß und lebendig gestalten zu können. „Es muss ja nicht immer das ungeheuer teure Whiteboard sein.“

Große Veränderungspläne hat der Erkelenzer aber nicht: „Ich will hier nicht krempeln.“ Die Rückmeldungen der Qualitätsanalyse seien sehr gut gewesen. Wenn etwas gut laufe, dann müsse man daran arbeiten, es zu erhalten. Zurücklehnen und entspannen geht da nicht.

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