Heinsberg-Oberbruch: Leiter der Realschule Oberbruch geht in den Ruhestand

Heinsberg-Oberbruch : Leiter der Realschule Oberbruch geht in den Ruhestand

Wie feiert eine auslaufende Schule die Verabschiedung ihres Schulleiters in den Ruhestand? Das Kollegium und die Schülerschaft der Realschule Oberbruch (RSO) machten es in vorbildlicher Weise vor.

Mit Lobes- und Dankesworten begleiteten Bürgermeister Wolfgang Dieder für den Schulträger, Realschulrektor Peter Pauli als Sprecher der Realschulen im Kreis Heinsberg und Regierungsschuldirektor Emmo Ankel für die Bezirksregierung den Festakt für den Schulleiter Paul Krahe.

Mit einem spontanen musikalischen Ständchen durch den Hauptschulkollegen Klaus Schrouff begann ein Programm, das von nachdenklichen Worten, von humorigen Beiträgen, bemerkenswerten musikalischen Einlagen von Schüler- und Lehrerseite und der Rückschau auf ein bewegtes Lehrerarbeitsleben geprägt wurde.

Bürgermeister Dieder bedankte sich im Namen des Schulträgers für die gute geleistete Arbeit an der Realschule Oberbruch. Paul Krahe habe zuvor als Schulleiter die Realschule Jülich bis zu ihrer Schließung geleitet. Dieder wünschte dem scheidenden Schulleiter einen langen, erfüllten Ruhestand bei bester Gesundheit.

Dem politischen Willen geopfert

In seinem Grußwort griff der Sprecher der Realschulrektoren im Kreis Heinsberg, Peter Pauli, das Sterben der Realschulen auf, einer Schulform, die nie in Frage gestellt worden, aber dennoch dem politischen Willen geopfert worden sei, wie er betonte. In den Mittelpunkt seines Redebeitrages stellte er jedoch das Lob für die Zusammenarbeit Krahes mit den Realschulleitern im Kreis Heinsberg, die auch über den Ruhestand hinaus andauern werde.

Regierungsschuldirektor Emmo Ankel lenkte seinen Blick auf einzelne Episoden des beruflichen Weges von Paul Krahe. Bevor er die Urkunde an Paul Krahe überreichte, sprach er noch seinen Dank für die geleistete Arbeit an den Schulen aus, deren Schließungsprozess Krahe zuverlässig und menschlich begleitet habe.

„Ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist“, begann Paul Krahe seinen Rückblick auf ein langes Berufsleben, davon seit 2002 in der Position als Schulleiter. Es sei ein gutes Gefühl zu wissen, dass es Menschen gebe, die einen wertschätzten, betonte Krahe.

In seinem eigenen Leben habe es immer Menschen gegeben, die zur rechten Zeit positiv auf ihn eingewirkt hätten, sei es als Mentor oder als väterlicher Freund. Wir glauben, dass Sie es schaffen, habe man ihm Mut gemacht. Ihn wissen lassen, dass man ihm vertraue und etwas zutraue, dieses Erleben habe seine eigenen pädagogischen Ansätze geprägt. „Meine Schüler sind mir wichtig“, betonte Krahe. Und er wolle das über den Ruhestand hinaus praktizieren und im Fach Mathematik den Schülern helfen, lautete sein Versprechen.

Tizian, Klasse 9, hatte für die Schülerschaft in einem frischen und gelungenen Beitrag die Erlebnisse mit dem Schulleiter und Lehrer für Mathematik geschildert. Zur Entlassungsfeier im nächsten Jahr wurde Paul Krahe als Dank für sein Engagement schon jetzt von der Schülerschaft eingeladen.

Ein Highlight war der humorvolle Beitrag des Kollegiums, vorgetragen von Klaus Schillings, in dem poetisch geschildert wurde, wie das Kollegium seinen Schulleiter erlebt hatte. Aufgrund des Wissens, dass die eigene Schule geschlossen werde, sei das Kollegium stimmungsmäßig im „Titanicfeeling“ gewesen. Paul Krahe sei aber im letzten Jahr zum echten Kapitän geworden — zum Käpt‘n Nemo auf der Nautilus.

Denn unter Wasser sei es auch schön, habe Krahe Mut gemacht. In Anlehnung an Wilhelm Busch erfolgte in Reimform die Darstellung der Erlebnisse mit Schulleiter Paul Krahe aus der Sicht des Kollegiums. Selbstredend, dass dieses literarische Werk als Geschenk überreicht wurde.

Die musikalischen Beiträge rundeten eine gelungene Verabschiedung ab.