Hückelhoven: Landschaftsschutz soll nicht Stadtentwicklung hemmen

Hückelhoven: Landschaftsschutz soll nicht Stadtentwicklung hemmen

Der Landschaftsplan „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“ stand auf der Tagesordnung der letzten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses. Bislang hatte Hückelhoven zwar Landschaftsschutzgebiete, aber keine unter Landschaftsschutz stehenden Flächen. Dies soll sich ändern, wenn es nach dem neuen Landschaftsplan geht.

Der Landschaftsplan des Kreises, dem die Planungshoheit obliegt, hatte schon im Sommer bei den betroffenen Land- und Forstwirten massive Kritik ausgelöst, da sie sich in ihrer Handlungsfreiheit eingeschränkt sehen. In Ergänzung bereits bestehender und rechtsverbindlicher Landschaftspläne wird seitens des Kreises ein förmliches Verfahren zur Aufstellung der Landschaftspläne „Baaler Riedelland und obere Rurniederung“ und „Wassenberger Riedelland und untere Rurniederung“ durchgeführt. Das „Baaler Riedelland“ umfasst 3914 Hektar Landschaftsschutzgebiet, davon 3109 auf Hückelhovener Stadtgebiet. Für das entsprechende öffentliche Beteiligungsverfahren hat die Stadt neun Anregungen formuliert, die vor allem die Handlungs- und Entwicklungsmöglichkeit der Stadt in den entsprechenden Gebieten betreffen.

Optionen der Nutzung

Die Verwaltung betont in ihren Anmerkungen, dass die Ausdehnungsmöglichkeiten der Siedlungsbereiche und der Gewerbe- und Industrieansiedlungen nicht gehemmt werden dürfen. Hier müsse durch „Verzicht auf entwicklungshemmende Landschaftsplanfestsetzungen“ dem Entwicklungspotenzial der Gemeinde Rechnung getragen werden. Auch seien der Erholungs- und Freizeitnutzung von Gebieten wie dem Grünraum an Schacht 3, wo eine Freiluftbühne diskutiert wird, Vorzug einzuräumen.

Für die Altmyhler Halde, die derzeit noch unter Bergrecht steht, soll die Ansiedlung eines Solarparks ermöglicht werden. Ein weiterer Einwand betrifft die Halbinsel am Adolfosee in Ratheim sowie die Flächen am Ziegelweg und Wiesengrund. Auch hier dürften zukünftige Optionen der Nutzung nicht beeinträchtigt werden. Zu berücksichtigen sind auch die Parkanlagen bei Baudenkmälern wie Haus Hall, auf deren Baum- und Strauchanpflanzungen Rücksicht genommen werden sollte. Ausdrücklich schützenswert seien die Flächen bei Doveren, wo die „blauen Blumen“ blühen. Sie seien sowohl aus Belangen des Naturschutzes als auch des touristischen Potenzials der Stadt schützenswert.

Der Bau- und Umweltausschuss beauftragte die Stadtverwaltung, die entsprechenden Einwendungen beim Kreis geltend zu machen.

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