Lago Laprello in Heinsberg: „Tolles Fleckchen“ soll nicht verkommen

Lago Laprello : „Tolles Fleckchen“ soll nicht verkommen

Neue Schilder, eine City-Streife und eine nach 22 Uhr geschlossene Schranke sollen helfen, um am Lago Laprello am Rande der Heinsberger Innenstadt dem Lärm und der Vermüllung entgegenzuwirken.

Sommer, Sonnenschein und angenehme Temperaturen bis in die Nacht locken die Heinsberger und auch Ausflügler aus entfernteren Regionen an den Lago Laprello. Dieser große See am Rande der Heinsberger Innenstadt steht ohne Eintritt „jedermann zur Erholung, Freizeitgestaltung und sportlichen Betätigung“ offen, wie es in der Satzung heißt, die der Stadtrat 2011 für dieses Naherholungsgebiet erlassen hat.

Doch wo viele Menschen aufeinandertreffen und das in freier Natur, ist es mit der gegenseitigen Toleranz manchmal problematisch. Dies müssen die Mitarbeiter des Ordnungsamts immer wieder erfahren, verstärkt natürlich in der Sommerzeit, in der das Gebiet intensiv besucht wird. „Aber wir haben hier ein ganz tolles Fleckchen Erde, und das wollen wir auch schön erhalten!“, betont Alexander Reiners, Leiter des Heinsberger Ordnungsamtes.

Von Verboten nichts gewusst

Oft werde seinen Kollegen vor Ort erklärt, dass man von den Verboten auf dem Gelände nicht gewusst, kein Schild gesehen habe. Deshalb gibt es jetzt elf ganz große Schilder, „an allen Zugängen zum Gelände“, erklärt er. Zudem habe man am Bootshaus auch die komplette Satzung noch einmal ausgehängt.

Alexander Reiners, Leiter des Heinsberger Ordnungsamtes, hofft durch die neuen Hinweisschilder auf mehr Einsicht der Besucher des Lago Laprellos, das Gelände in einem guten Zustand zu bewahren. Foto: Anna Petra Thomas

Entwickelt hat die neuen Schilder für den Lago Frank Bordewin, ein Mitarbeiter des Ordnungsamts. In sieben Piktogrammen zeigen sie eindeutig, was auf dem Gelände vorgeschrieben bzw. nicht erlaubt ist: Hunde müssen an der Leine geführt werden, Grillen und offenes Feuer sind ebenso verboten wie Glasflaschen oder Gläser. „Damit meinen wir vor allem Bierflaschen“, sagt Reiners. „Werden die hier zurückgelassen, finden wir am nächsten Tag nur noch Scherben.“

Aber auch das Reiten ist verboten, ebenso wie Camping. „Lärm vermeiden“ ist ein weiteres wichtiges Anliegen. Vor allem nachts gibt es im Sommer immer wieder Beschwerden wegen lauter Musik. „Und das sind meistens gar keine Heinsberger, sondern Gruppen, die aus der näheren und weiteren Region anreisen“, weiß der oberste Ordnungshüter. Daher wird jetzt auch die Schranke an der Fritz-Bauer-Straße hinter der Einmündung zur Wichernstraße über Nacht wieder konsequent geschlossen, zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens. Verhindert werden soll damit nicht nur der Lärm durch Musik, sondern auch der Abfall von Fast Food, den viele nächtliche Besucher hier ansonsten immer wieder einfach so im Grünen zurücklassen.

„Und wer nicht vor 22 Uhr rausfährt, der muss bis morgens um 8 Uhr warten, es sei denn, es handelt sich um einen Notfall“, schildert Reiners die Konsequenz, die schon so mancher hat spüren müssen, nicht nur an dieser Schranke, sondern auch an der des anderen Parkplatzes im vorderen Bereich der Fritz-Bauer-Straße. „Da haben wir schon die wildesten Versuche erlebt, die Schranke doch noch zu überwinden“, schmunzelt er. Bei größeren Problemen kooperiere man natürlich auch mit der Polizei, „und das wirklich sehr gut“, lobt er die Zusammenarbeit.

Viele kleinere Schilder, die bisher am Lago auf Ge- und Verbote hingewiesen hätten, seien zugunsten der großen, zentralen Beschilderung entfernt worden, so Reiners weiter, mit Ausnahme der Schilder fürs Badeverbot und fürs Fütterungsverbot der am Lago lebenden Tiere. „Das Baden ist natürlich auch weiterhin erlaubt, aber nur auf eigene Gefahr in der mit Bojen abgegrenzten Badestelle am nordöstlichen Ende des Südsees“, betont er. Geplant sind für die Zukunft weitere Freizeitangebote zusammen mit dem Kreissportbund. „Durch diese aktiven Maßnahmen erhoffen wir uns, dass Störenfriede fernbleiben, die wir hier nicht haben wollen“, sagt er.

Eindringlich appelliert er an die Besucher des Lagos, keine Tiere zu füttern, was laut Satzung zudem verboten ist. In Text und Bild erklären die verbliebenen blauen Schilder im Gelände ausführlich, warum das den Tieren und dem Gewässer schadet. „Die Massenansammlungen von Tieren an den Futterplätzen führen lokal zu starken Verunreinigungen des Gewässers durch Kot und tragen so zur Gewässerverschmutzung bei“, heißt es dort. „Auf diese Weise wird das Algenwachstum begünstigt und der Sauerstoffgehalt des Wassers stark vermindert. Das biologische Gleichgewicht des Gewässers wird bedroht.“ Gerade kürzlich erst hätten Ordnungskräfte auf dem Gelände aber sogar einen Heinsberger Restaurantbesitzer angetroffen, der dort sein altes Brot „entsorgt“ habe, weiß Reiners.

Durch die neue Beschilderung, die über Nacht geschlossene Schranke und die nächtliche Überwachung des Geländes durch die City-Streife hofft er jedoch auf Verbesserung der Situation, wünscht sich aber durch die intensivierte Information in Schrift und Bild vor Ort auch mehr gegenseitige Toleranz der Besucher.

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