Heinsberg-Schafhausen: Lach- und Rückenmuskeln gut durchgeknetet

Heinsberg-Schafhausen: Lach- und Rückenmuskeln gut durchgeknetet

Als die Zeiger der Narrenuhr sich auf Mitternacht zu bewegten, war Schafhausens Frauengemeinschaft nicht mehr zu bremsen. Nach dem großen Finale startete sie gleich die After-Show-Party. Das Motto der Frauensitzung der katholischen Frauengemeinschaft Schafhausen lautete: „Os jeiht et joot“.

Die Besucher in der ausverkauften Mehrzweckhalle waren sich einig: „Toppen kann man dies eigentlich nicht mehr, aber nächstes Jahre legen die bestimmt noch eine Schippe drauf.“

Die Narrenhalle tobte bereits beim Einmarsch des SKV (Schafhausener Karnevalsverein). Einen Eisbrecher braucht diese Sitzung nicht, der Angriff auf die Lachmuskeln wurde gleich knallhart in Angriff genommen. „Bauer sucht Frau“ war ein großer Kracher und im Publikum hielten sich einige die Bäuche vor Lachen, als Schafhausens Traktoren-Soloboys mit viel Narren-PS in den Gummistiefeln auf große Brautschau gingen.

Mit Märchen vom Rotkäppchen und dem lieben Wolf sollte ein Enkelkind zum Einschlafen gebracht werden, ziemlich erfolglos, das Kindlein wurde immer munterer. Carina Schmitz, Gerda Spätgens und Marianne Zimmermann zogen eine große Show ab.

Vor der Pause gab es ein Schattenspiel. Mit Hilfe der Frauengemeinschaft wurden zwei Frauen ins Kronzeugenprogramm aufgenommen, sie plauderten unerkannt hinter einer durchsichtigen Wand über die Weltherrschaft Karneval. Die beiden Frauen wollten vor dieser Weltherrschaft fliehen und suchten Schutz. Die Wand war dafür wenig geeignet, wie sich herausstellte, sie fiel nämlich einige Mal um, das gehörte zwar nicht zu Programm, sorgte aber für zusätzliche Lacher, live ist eben Life.

Nach der Pause stellte Dr. Pille seine Wundermaschine vor. Diese Nummer mit der Neutralisatormaschine wurde bereits auf vielen Frauensitzungen präsentiert, diesmal war Iris Knück die medizinisch Leidtragende, ihre Mimik und Gestik waren unübertroffen. Die Halle tobte, viele Taschentücher wurden zum Auffangen der Lachtränen rausgeholt. Und es ging knallhart im Programm weiter. In der Massagepraxis wurden zwei echte Männer durchgeknetet, wobei eine närrische Erkenntnis ans Licht der Öffentlichkeit drang: Schafhausens Ausland ist nicht ohne, besonders „Schleiden“ muss ein heißes Pflaster sein.

Ein fantastisches Bild bot sich mit dem Tanz „Color Blob“, der mit seiner Farbenpracht die Halle zum Leuchten brachte und die „Trauerschnallen“ hatten ihren schwarzen Humor im Gepäck. Hilde Veckes präsentierte sich als gestresste Lehrperson und führte zusammen mit Sibylle Kremers hervorragend durch das Programm. Im Finale wurde Udo Jürgens lebendig, da hielt es niemanden mehr auf den Stühlen.

(agsb)
Mehr von Aachener Zeitung