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Kunstwerk „hurst…über die Jahre“ in Heinsberg-Horst

„hurst…über die Jahre“ : Kunstwerk lässt Geschichte sichtbar werden

Im Osten der Kreisstadt Heinsberg, genauer gesagt im Stadtteil Horst, ging jetzt die Sonne quasi zum zweiten Male auf. Fast alle Ortsbewohner und viele Gäste hatten sich an der Randerather Straße, am Platz der einstmals hier stehenden Litfasssäule eingefunden, galt es doch, einen großen Moment für den kleinen Ort gemeinsam zu feiern.

Willi Rütten vom Heimat- und Bürgerverein Horst wusste über die Idee und Umsetzung eines besonderen Kunstwerkes zu berichten. Nach der Schließung der Gaststätte Heuter hatte der Vorsitzende unzählige Plaketten aus den Landeswettbewerben „Unser Dorf soll schöner werden“ und „Unser Dorf hat Zukunft“ erhalten, die in der Gaststätte für jedermann sichtbar ausgestellt waren. Die Plaketten und weitere Horster Auszeichnungen waren zunächst einmal in einem Keller verschwunden. Als dann jedoch eine Anfrage der Stadt Heinsberg an den Heimat- und Bürgerverein gestellt wurde, ob die Litfasssäule an der Randerather Straße noch benötigt würde, war dies eine Steilvorlage für die Heimatfreunde.

Die Idee, die Horster Geschichte hier an dieser Stelle irgendwie der Bevölkerung und Gästen sichtbar zu machen, wurde daraufhin in vielen Diskussionsrunden zum Thema. Künstler Gerd Jäger hatte dann die zündende Idee und stellte diese dem Heimat- und Bürgerverein vor.

Das Kunstwerk „hurst…über die Jahre“, das nun präsentiert wurde, ist eine nicht geschlossene, hohe anthrazitfarbene Säule auf acht Vierkantrohren, stehend auf einer Bodenplatte. Auf der Säule befindet sich ein nestartiges Gebilde in Anlehnung an Horst als Greifvogelnest. Es besteht aus bläulich patiniertem Bronzeblech und hat einen Durchmesser von rund 120 cm. Aus diesem Bronzegebilde ragen sechs dynamisch aufstrebende – in ihrer Gesamtheit an Vogelschnabelspitzen erinnernde – Spitzen aus Edelstahl, die jeweils eine Höhe von rund 50 cm haben. Ergänzend sind im Bodenbereich fünf kleine, an eine reduzierte Hausform angelehnte, gekantete Stahlblechstreifen arrangiert. Auf deren Dachflächen sind Bronzetafeln aus dem Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ montiert.

„Kunst im öffentlichen Raum kann provokativ sein. Kunst im öffentlichen Raum ist auch immer eine zeitgeistige Darstellung mit dem Stellenwert der Wahrnehmung des regionalen, kulturellen Gedächtnisses“, so Gerd Jäger während seiner Vorstellung des Kunstwerkes. Beifall brauste auf und dies war für den Künstler gleich die Bestätigung, dass der Zugang zur Skulptur gefunden war.

Willi Rütten dankte unter großem Applaus anschließend Gerd Jäger und hatte eine Überraschung im Gepäck. Bundestagsmitglied Wilfried Oellers (CDU) als Horster Kind lud Gerd Jäger und Gattin Petra als Dank nach Berlin ein.

(agsb)