Kunstverein Region Heinsberg: Claudia Merx zeigt Textiles

Kunstverein Region Heinsberg : Claudia Merx zeigt Textiles und Filigranes in neuer Ausstellung

Fasern, Garne und Stoffe, das sind die Materialien, aus denen die Textildesignerin Claudia Merx ihre Objekte und Installationen kreiert.

Die gebürtige Mönchengladbacherin hat nicht nur Textilgestaltung an der Fachhochschule Niederrhein in Mönchengladbach studiert, sondern auch traditionelle japanische Textilien in Kyoto und Tokyo in Japan. Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit sind Installationen für den sakralen und profanen Raum.

Dozentin für Textildesign

Ein von ihr geschaffenes Fastentuch, das 2012 den Wettbewerb Ars Liturgica gewonnen hat, verhüllt seitdem während der 40-tägigen Fastenzeit die Kreuzigungsgruppe von Gerd Brüx in der Heilig-Kreuz-Kirche in Gladbeck. Außerdem ist sie Dozentin für Textildesign und Kreativitätsentwicklung und leitet als solche Workshops für Kunstschaffende aus der Textilszene.

Für den Kunstverein Region Heinsberg hat die Künstlerin, die ihr Atelier in Aachen hat, eine Ausstellung zusammengestellt, die den Titel „Inside“ trägt.

Geheimnisvolles Innenleben

„Inside“ treffe den Kern der Installationen und Objekte, die in der Ausstellung präsentiert werden“, sagt Ingrid Trantenroth-Scholz vom Kunstverein Region Heinsberg. Die textilen Objekte forderten dazu auf, über ihr mögliches Innenleben zu reflektieren und Einsichten zu gewinnen.

„Zusammengenähte, blickdichte Materialien und transparente Mullbinden bilden neue Formen und hinzugefügte Strukturelemente erweitern die Aussage und vertiefen den Sinnzusammenhang. Somit verliert das Ausgangsmaterial seine ursprüngliche Funktion, und doch verbleibt das Narrativ als eine wesentliche Botschaft innerhalb ihrer Arbeiten erhalten“, sagt Trantenroth-Scholz.

In einem anderen Werkzyklus verbleibe das Material in seiner ursprünglichen Farbigkeit. Rein weiße Mullgazen werden zu transparenten Säcken und Beuteln vernäht, die keine materiellen Inhalte tragen, sich aber mit eigenen Gedanken und Emotionen füllen lassen.

Reiz des Verborgenen

Die transparenten Materialien gewährten Einblicke in Darunterliegendes; Undurchsichtiges verhüllt und verschließt – so werde der Reiz des Verborgenen erhöht, um der Phantasie Raum zu geben, erläutert die Kunstpädagogin. „Die physischen Objekte erlauben metaphysische Deutungen, die das Verhüllte aufdecken helfen und vielschichtige Interpretationen ermöglichen.“

Der Kunstverein Region Heinsberg organisiert regelmäßig derartige Ausstellungen, hat er sich doch zum Ziel gesetzt, regionale und überregionale zeitgenössische Kunst zu fördern und zu vermitteln. Seit seiner Gründung als kleine Fotogalerie im Jahre 1985 konnten hier über 200 Künstlerinnen und Künstler ausstellen.

„Inside“ ist bis zum 29. September sonntags, 11 bis 17 Uhr, und samstags, 15 bis 18 Uhr, und nach Vereinbarung am Horster Hof 1 in Unterbruch zu sehen.

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