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„Kultur ohne Barrieren“ in Heinsberg: Inklusives Programm

Integration : Heinsberg feiert „Kultur ohne Barrieren“

Ein Bilderbuch-Fest ist in diesem Jahr wieder Auftakt eines inklusiven Sommerprogramms „Kultur ohne Barrieren“ rund um das Begas Haus und das Museumscafé Samocca.

Die Buchhandlung Gollenstede veranstaltet am Sonntag, 7. Juli, von 11 bis 17 Uhr das zweite Mal das einzige Bilderbuchfest in Nordrhein-Westfalen.

In Zusammenarbeit mir der Lebenshilfe Heinsberg findet das Fest im Innenhof des Begashauses statt und wird gleichzeitig der Auftakt des Kulturfestes der Lebenshilfe mit einem inklusiven Sommerprogramm unter dem Motto „Kultur ohne Barrieren“ rund um das Begas Haus und das Museumscafé Samocca sein, wie Michael Kleinen von der Lebenshilfe mitteilt. „Inklusiv nicht etwa nur, weil Menschen mit Behinderung eingeladen sind. Sondern inklusiv, weil wir gemeinsam mit kulturell engagierten Menschen – darunter das Begas Haus, die Jugendmusikschule Heinsberg, die Buchhandlung Gollenstede,  der Roxy Filmpalast – aus Heinsberg ein buntes, 14-tägiges Kulturprogramm realisieren, das für alle Menschen offen ist.

Auftakt ist das Bilderbuchfest. Das Ziel ist dabei, Kindern und deren Familien das Medium Buch näher zu bringen. „Wir möchten zeigen, dass Bücher als wichtiges Kulturgut den Kindern in ihrer Entwicklung helfen können. Ob es darum geht die Farben zu lernen, die Uhr zu lesen und zu verstehen, einschlafen zu können, zu lernen mutig zu sein oder zu teilen, den Tod, das Leben und die Liebe zu verstehen, die Trotzphasen zu überwinden oder einfach Spaß zu haben – Bücher haben für fast alles eine Antwort und können Kindern durch verständliche Geschichten einiges beibringen“, sagt Marcus Mesche von der Buchhandlung Gollenstede.

Durch das gemeinsame Lesen mit Eltern oder Großeltern wird zudem die Beziehung zu den Kindern gestärkt, die Sprachentwicklung gefördert, der Wortschatz weiter gebildet und die Phantasie angeregt, um auch später abstraktere Dinge zu verstehen.

„Das Vorlesen ist die Grundlage für eine gute Lesekompetenz – eine der zentralen Schlüsselqualifikationen unserer Zeit für alles, was während und vor allem nach der Schule kommt“, so Mesche. Regelmäßiges Vorlesen stärke nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, Vorstellungsvermögen und Kreativität, sondern auch Empathie und kognitive Fähigkeiten.

„Das Vorlesen ist einfach schön, gemütlich und beruhigt, daher möchten wir ein Fest veranstalten auf dem die Möglichkeit besteht, Bücher anzuschauen, hineinzulesen und sie durch viele Aktionen zu erleben“, betont Mesche.

Unterstützt wird die Aktion von zahlreichen Verlagen, deren Bücher auf über einem Dutzend Marktständen ausgestellt werden, wobei jeder Verlag einen eigenen Stand erhält. „Dadurch haben wir eine große Auswahl an Büchern, die wir den Kindern vorstellen können. Im Vordergrund soll jedoch das Fest selbst stehen, welches den Kindern und deren Familien einen unvergesslichen Tag bereiten soll.“

Ein weiteres Highlight von „Kultur ohne Barrieren“ ist ein Familienfest am Samstag, 13. Juli, von 15 bis 21 Uhr. Das Kinderprogramm gestaltet der Familien unterstützende Dienst der Lebenshilfe Heinsberg. Die Musik kommt auch von der Lebenshilfe: Angestellte der Lebenshilfe, die privat Musik spielen, gestalten das Liveprogramm. Ein Highlight werden die Sunny Pipers um Sänger Heinz „Büff“ Ernst sein, der Jahrzehnte lang hauptamtlich in der Lebenshilfe Heinsberg beschäftigt war.

Den Abschluss des Kulturfestes gestaltet Samocca-Mitarbeiter und Travestie-Künstler Heinz Küppers alias Henriette von Küppersbusch mit einem bunten Varieté-Abend am Freitag, 19. Juli. Noch gibt es Restkarten für den Abend, der im letzten Jahr restlos ausverkauft war und die Zuschauer begeisterte. Zudem zeigt das Begas Haus vom 30. Juni bis zum 1. September Zeichnungen von Janine Müller aus dem Kölner „Kunsthaus KAT 18“. Das Atelier beschäftigt und fördert Künstler mit Behinderung (ohne dies explizit zu erwähnen). Von einem Besuch im Begas Haus in Heinsberg hat sich Janine Müller aus dem Atelier „Kunsthaus KAT 18“ in Köln zu einem Bilderzyklus inspirieren lassen. Sie hat Portraits und allegorische Gemälde aus dem Museum studiert und diese in ihren Zeichnungen neu interpretiert.

Zudem sind im Juli auf der Wiese hinter dem Begas Haus mehrere Kinoveranstaltungen in Kooperation mit dem Roxy Filmpalast unter dem Titel „Kino im Zelt“ geplant.