Hückelhoven-Millich: Künstlertreff Eesdron zeigt Werke von Hans-Peter Trampert

Hückelhoven-Millich: Künstlertreff Eesdron zeigt Werke von Hans-Peter Trampert

Die Idee, ­einen regelmäßigen Künstlertreff mit gemütlichem Beisammensein Gleichgesinnter zu installieren, diese Idee hatte einst der aus der Region stammende Künstler Hans-Peter Trampert, der 2008 gestorben ist.

Seine eigenen Werke — und die der jungen niederländischen Künstlerin Risja Marie Henriette Steeghs — stehen nun genau dort im Blickpunkt, im Künstlertreff Eesdron in Millich, den es seit 2010 gibt, nachdem Rosemarie Trampert die Idee ihres verstorbenen Mannes in die Tat umgesetzt hatte. Jeden dritten Freitag im Monat treffen sich dort Künstler und Kunstinteressierte zu Ausstellungen, die sich eines erfreulichen Zulaufs erfreuen.

Jetzt waren sie überrascht von der Kunst Hans-Peter Tramperts, schließlich zeigte die Ausstellung Arbeiten, die bisher noch keiner kannte. „Für meinen Mann war Kunst etwas Besonderes, er hat sehr viel gearbeitet“, erinnert sich Rosemarie Trampert und weiß viel aus dem Leben ihres Mannes zu erzählen.

Er wurde 1952 in Hetzerath geboren, machte auf der Zeche Sophia-Jacoba eine Ausbildung zum Starkstromelektriker, verpflichtete sich zur Marine, reiste vier Jahre als Seemann über die Meere und entdeckte seine Liebe zum Meer, was seine künstlerische Arbeit von da an prägte. Als Monteur bereiste Hans-Peter Trampert später viele Länder; seine Eindrücke hielt er in Zeichnungen fest. Er fing an, täglich zu zeichnen, schuf Aquarelle und experimentierte mit allen möglichen Werkstoffen.

Trampert ging gezielt auf Künstler zu und auf alles, was mit Kunst zu tun hatte. Schon bald zeichneten sich seine Werke durch Spontanität, Veränderlichkeit und Täuschung aus. Skurrile Zeichnungen, fotografische Schichtarbeiten und vieles mehr gehörten zu seinen bevorzugten Stilmitteln. Trampert experimentierte und montierte. Es entstanden bunte, abstrakte Bilder. Materalien, Fundstücke oder Technisches verarbeitete er in handwerlich präziser Art. Und immer wieder ging es um seine besondere Beziehung zum Meer. Regelmäßige Besuche an Nordseestränden faszinierten den Künstler. „Eesdron“ ist „Nordsee“ von hinten gelesen. „Eesdron — ein Gefühl wie Ebbe und Flut“ überschrieb der Künstler seine Kunst.

Bei der Ausstellungseröffnung wurden auch Sandarbeiten am Computer gezeigt, Skalpellarbeiten auf Industriepapier aus seiner Zeit als Kabelmonteur in Saudi-Arabien und vieles mehr. Seit 2004 lebte der Künstler mit seiner ihn stets unterstützenden Gattin Rosemarie in Hückelhoven-Millich. Im Nebengebäude einer alten Schmiede fand er genügend Raum, sein Atelier einzurichten. Ausstellungen in Museen und Galerien ließen die Eheleute Kontakte im Künstlermilieu knüpfen — die Basis für viele Ausstellungen im „Eesdron“.

Die neue Ausstellung in Millich ist für Kunstinteressierte ein Erlebnis. Dies ist auch ein Verdienst der niederländischen Künstlerin Risja Marie Henriette Steeghs. Sie ver­arbeitet Fotos mit Knöpfen, ­Stickereien und Textilien oder Perlen zu kleinen Collagen und Objekten.

(koe)