Künstler zeigen Werke im BizzPark in Oberbruch

Temporäre Ausstellung : Kreative Antworten zur Frage des Seins

Nach der erfolgreichen Ausstellung von „Unlimited – Kunst in der Fabrik“ vor zwei Jahren präsentierten erneut zwölf Künstlerinnen und Künstler aus vier Nationen im Bizzpark in Oberbruch eine Vielfalt an Bildern und Formensprache von der Fotografie, über Malerei und Glaskunst bis zu den Skulpturen aus Stein und Metall.

Was mit der Idee von Ruth Schulmeyer vor Jahren initiiert und gemeinsam mit Johannes Donner organisiert wurde, realisierten die beiden Künstler zum zweiten Mal unter gleichem Titel. „Unlimited“ – als Motto für die Kraft der Kreativität und für die große Bandbreite an fesselnden Exponaten.

Wie schon vor zwei Jahren nahmen erneut teil: Beate Bündgen mit ihren Unikatholzdrucken, Ingrid Capozzi mit Glaskunst-Objekten, Johannes Donner mit an Felsenbilder erinnernden Malerei, Luisa Donner mit aufarbeitender Dialogkunst von Bild und Schrift, Marleen Hansen mit expressiver Malerei, Leo Horbach mit seinen erzählenden Skulpturen aus Stein, Wilfried Kleiber mit Plastiken aus Edelstahl und Naturmaterialien, Ingrid Pusch mit ihrer an monochromen Bildern erinnernden Farbschichtbildgestaltung, Ruth Schulmeyer mit Bildern, die die Vergänglichkeit einbinden, Marten Vaessen mit unbehandelten Eisenskulpturen und Rost als gestaltendes Element.

Neu hinzu kommend ergänzten der junge Valerio Cerasani aus Italien mit seinen Siebdruckarbeiten und Ralf Walraff als seit vierzig Jahren tätiger Künstler mit seinen collageartigen Menschenporträts in skurrilen Situationen die Vielfalt künstlerischer Arbeiten.

„Ein Künstler geht den Fragen des Alltags, der gesellschaftlichen Probleme und des menschlichen Miteinanders nach. Es geht schlichtweg um die Frage des Seins“, formulierte Alexandra Jentgens ihre provokante These. Es gehe bei der hier gezeigten Kunst um die Produktion von Antworten zum Sein. Gemeinsam mit ihrem Vater und Kunstlehrer Thomas Jentgens und im Dialog erfolgte eine spannende Laudatio. Und wie bei Sokrates gehe es bei der Kunst um Wahrheit. „Und hinter dieser existentiellen Frage finden wir für alle hier ausstellenden Künstler die Beweggründe und die Faszination, die sie antreiben“, tangierte sie das weite Feld, was Kunst sein kann.

Das Einlassen auf die Beantwortung dieser Frage initiiere die Skulpturen, Plastiken, Fotografien, Malereien, die Objekte und das dazu geschriebene Wort und mache sie zu etwas Besonderem, führen die Laudatoren weiter aus. Als Betrachtende könne man die Lust der Auseinandersetzung mit den Fragen des Seins spüren, wer sich denn bei der Betrachtung der Werke darauf einlasse.

Mit dem Hinweis, Fragen offen zu lassen, wenn sich ein Exponat dem Verstehen einmal verwehre und damit dem Werk sein Geheimnis zu lassen, erfolgte von den Laudatoren impliziert auch der Appell, das Andere, das Fremde zu tolerieren. Fähigkeiten zu Dialog und Toleranz, die gerade durch Kunst und Kreativität gestärkt werden und die aktuell in Zeiten gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzungseskapaden notwendiger denn je erscheinen.

Die Vernissage eröffnete zuvor Dr. Richard Nouvertné von der Kreisparkassen Kunststiftung mit einem Grußwort in Vertretung der Sponsorengruppe von Veolia und Alliander.

Auf 4000 m² Ausstellungsfläche belegten die Künstlerinnen und Künstler, dass die seit Hegel immer wieder mal vorgebrachte These über „das Ende der bürgerlichen Kunst“ für diese Ausstellung nicht zutreffend ist.

Gelegenheit für Dialoge mit der Kunst und den Künstlern ist noch an den Wochenenden bis zum 22. September. Samstags von 14 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr.