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Anforderungskatalog: Kritik an grünen Gewerbegebiets-Forderungen

Anforderungskatalog : Kritik an grünen Gewerbegebiets-Forderungen

Nachdem die Grünen im Kreis Heinsberg einen Anforderungskatalog für künftige Gewerbegebiete im erarbeitet hatten, kritisiert der Heinsberger FDP-Politiker Stefan Lenzen die Grünen und ihr Papier scharf. Er spricht von „wachstumsfeindlicher Politik“ der Grünen.

Nach unserem Artikel über den Anforderungskatalog der Grünen an Gewerbegebiete im Kreis Heinsberg kritisiert der Heinsberger FDP-Landtagsabgeordnete Stefan Lenzen die Haltung der Grünen scharf. Lenzen zufolge lassen die Grünen mit ihren acht Forderungen die Lebensrealität der Menschen auf dem Land außer Acht. Die Grünen hatten acht Forderungen formuliert, die auf sparsameren Umgang mit Flächen und Ackerböden zielen, die interkommunale Entwicklungsansätze fördern wollen und die der Schiene als Transportweg Vorfahrt gewähren wollen.

Lenzen greift in diesem Zusammenhang das Bild auf, das bereits der FDP-Spitzenkandidat Joachim Stamp bei einem Besuch in Heinsberg entworfen hatte. Stamp hatte die Landtagswahl zu einer wirtschaftspolitischen Richtungsentscheidung erklärt. Er hatte eine „Anti-Wachstumspolitik“ aus grünem und linkem Lager der deregulierenden Wirtschaftspolitik von Schwarz-Gelb gegenübergestellt. Lenzen sagt nun: „Kurz vor der Wahl packen die Grünen ihre wachstumsfeindliche Politik aus. Ihre kritische bis ablehnende Haltung zu neuen Gewerbe- und Industriegebieten im Kreis Heinsberg ist eine Ablehnung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen.“

Grünen-Kreissprecherin Ruth Seidl hatte gesagt: „Die unreflektierte Wachstumsstrategie, die in den Plänen zur Gewerbegebietsentwicklung des Kreises Heinsberg unverändert fortgeschrieben wird, muss hinterfragt werden.“ Während auch Grünen-Spitzenkandidatin Mona Neubaur den ihrer Ansicht nach zu hohen Flächenverbrauch in NRW kritisiert hatte.

Das wiederum sieht Lenzen anders: „Die großstädtischen Vorstellungen eines ländlichen Raums, in dem keine Fläche mehr verbraucht werden darf, gehen an der Lebensrealität der Menschen vorbei. Wir sind nicht nur das Ausflugsziel grüner Großstädter, wir wollen hier auch leben und arbeiten“, sagt er. Dazu brauche es Wohnraum und dazu brauche es Gewerbe- und Industrieflächen. „Wenn wir Wohnen und Arbeiten wieder stärker verbinden, sinkt auch der Anteil der Pendler, was wiederum Klima und Umwelt schont“, sagt Lenzen.

Lenzen lobt in diesem Zusammenhang das geplante Groß-Industriegebiet in Lindern. Mit „Future Site Inwest“ entstehe nicht nur ein großes, modernes und interkommunales Gewerbe- und Industriegebiet. „Hier werden 10.000 Arbeitsplätze geschaffen. Das sind 10.000 Lebenschancen; bis zu 10.000 Familien, die ernährt werden können“, sagt Lenzen. Denn moderne Gewerbe- und Industriegebiete seien „längst keine Ansammlung von Schornsteinen mit schmutziger Luft mehr“. Vielmehr setzten die Unternehmen ohnehin immer stärker auf erneuerbare Energien und saubere Luft, argumentiert Lenzen.