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Kreissparkasse reagiert auf Sprengungen von Geldautomaten

Gefährdungsanalyse : Kreissparkasse reagiert auf Sprengungen von Geldautomaten

Vor dem Hintergrund der hohen Zunahme von Angriffen auf Geldautomaten im Frühjahr 2020 informierte nun auch das Landeskriminalamt (LKA) NRW die Betreiber von Geldautomaten mit neuen Handlungsempfehlungen. Die Kreissparkasse Heinsberg baut aus diesem Grunde einige Geldautomaten ab.

Die Gefahrenlage hat sich verschärft, denn längst werde bei der Sprengung von Geldautomaten nicht mehr „mit dem Skalpell gearbeitet, sondern mit der Brechstange“, sagt Thomas Aymans, unter anderem Pressesprecher der Kreissparkasse Heinsberg.

Vor dem Hintergrund der hohen Zunahme von Angriffen auf Geldautomaten im Frühjahr 2020 informierte nun auch das Landeskriminalamt (LKA) NRW die Betreiber von Geldautomaten mit neuen Handlungsempfehlungen.

Abbau von Automaten

Die Kreissparkasse Heinsberg hat auf Basis der Empfehlungen des LKA eine Gefährdungsanalyse ihrer Geldautomatenstandorte vorgenommen und Automaten in Gebäuden mit angrenzenden Wohnräumen allgemein als kritisch gesehen mit der Folge, dass nun an einigen Standorten die Geldautomaten kurzerhand abgebaut werden.

Früher, so erklärt Aymans, hätten die Täter meist ein Gasgemisch in die Automaten geleitet und damit nur einen kleinen Teil des Gerätes weggesprengt, um an das Geld zu gelangen. Doch da die Kreissparkasse, wie viele ihrer Mitbewerber, die sichernde Technik der Selbstbedienungautomaten immer weiter optimiert habe, sei ein solcher Versuch der Ganoven bei modernen Geräten zunehmend ins Leere gelaufen. „Deshalb sind sie vermehrt dazu übergegangen, den Automaten mit Festsprengstoff zu Leibe zu rücken, ohne Rücksicht auf Verluste.“

Die ungleich höhere Sprengkraft richte dabei auch einen erheblich höheren Schaden an und stelle eine weitaus größere Gefahr für etwaige Anwohner dar. „Aber die Sicherheit von Menschenleben muss angesichts anhaltender Automatensprengungen im Vordergrund stehen.

Die Kreissparkasse  Heinsberg hat daher entschieden, ihre SB-Filialen in Gangelt-Breberen, Erkelenz-Kückhoven, Erkelenz-Keyenberg und im Oerather Mühlenfeld in Erkelenz zum 31. Oktober 2020 zu schließen.“ Nach der im April 2020 erfolgten Sprengung eines Geldautomaten in der SB-Filiale Geilenkirchen-Gillrath sei diese erst gar nicht wiedereröffnet worden.

In Gangelt-Breberen und Erkelenz-Kückhoven wird zukünftig die Rollende Filiale der Kreissparkasse einmal wöchentlich Halt machen. Damit sollen grundlegende Service-Leistungen und Bargeldverfügungen dort auch weiterhin möglich sein.

Die Servicezeiten der Rollenden Filiale werden ab November 2020 auf Breberen und Kückhoven wie folgt ausgeweitet: in Gangelt-Breberen jeweils mittwochs von 9.30 bis 11 Uhr an der Willy-Bomanns-Festhalle und in Kückhoven jeweils mittwochs von 11.45 bis 13.15 Uhr neben der bisherigen SB-Filiale In Kückhoven 27. Die Bargeldversorgung und der SB-Service würden zudem durch Automaten in benachbarten Orten weiterhin sichergestellt.

Bei der Volksbank Heinsberg gibt es laut Pressesprecher Martin Greven derlei Überlegungen derzeit nicht. „Für uns ist es wichtig, die Bargeldversorgung in der Fläche aufrecht zu erhalten.“ Zwar sei auch die Volksbank in der Vergangenheit öfter Opfer von Automatensprengungen gewesen, doch meistens sei man in puncto Beschädigungen glimpflich davon gekommen. Und zu Personenschäden sei es ohnehin nie gekommen. Dennoch ist die Volksbank vom Schritt der Konkurrenz sogar ein wenig mitbetroffen. Denn am KSK-Geldautomaten in Breberen konnten auch die Kunden der Volksbank kostenlos Geld abheben.