Kreis Heinsberg: Über 300 Einsätze der Feuerwehr

Sturmtief „Eberhard“ : Über 300 Einsätze im Kreis Heinsberg

Die Feuerwehren im Kreis Heinsberg sind am Sonntag in Folge des Sturmtiefs „Eberhard“ zu rund 300 Einsätzen ausgerückt. Am späten Nachmittag war die Lage noch recht unübersichtlich, da die einzelnen Löschgruppen die Einsätze noch der Reihe nach abarbeiteten.

Ein Sprecher der Heinsberger Feuerwehr sprach davon, dass „unzählige Bäume“ entwurzelt worden seien. Auch in den anderen Orten waren die Feuerwehren fortlaufend gefordert. Gegen Abend meldete die Heinsberger Feuerwehr dann 35 Einsätze, an denen 85 Feuerwehrleute beteiligt waren.

In Kempen war beispielsweise ein Baum auf eine Stromleitung gekippt, in Straeten war ein Flachdach von einer Sturmböe erfasst und auf die Straße geweht worden.

Ins Krankenhaus

Zwei Verletzte forderte der Sturm in Hückelhoven-Hilfarth. Sie waren von einer umstürzenden Mauer und von Dachziegeln getroffen worden und mussten zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden.

An der Neutralen Straße bei Gangelt-Hohenbusch ist ein Baum auf einen fahrenden Pkw gestürzt. Verletzt wurde zum Glück niemand. Foto: Oliver Thelen

In Arsbeck riss ein umgestürzter Baum eine Strom- und Telefonleitung herunter.

Während die Sturmböen über das Kreisgebiet fegten, war es schwierig, die Kreisleitstelle in Erkelenz zu erreichen. „Hier ist Land unter“, ist die Aussage eines Mitarbeiters in der Hauptphase des Sturms. Gegen 16.30 Uhr ist es dann auch, dass die Leitstelle wegen der enorm hohen Anzahl an Anrufen die eingehenden Notfälle direkt an die in den einzelnen Kommunen eingerichteten Koordinierungszentralen zur weiteren Bearbeitung weitergibt. „Dies haben wir nach den letzten größeren Flächenlagen so eingerichtet“, erklärt Oliver Thelen, Sprecher der Feuerwehr Gangelt.

In der Gemeinde Gangelt sind 75 Feuerwehrkräfte bei rund 20 sturmbedingten Notfällen im Einsatz. „Überwiegend sind es abgeknickte Äste und umgestürzte Bäume“, erklärt Thelen. Ein Ast sei auf der Neutralen Straße bei Gangelt-Hohenbusch auf ein fahrendes Auto gekracht. Verletzt wurde zum Glück niemand.

Auf der Neutralen Straße in Gangelt-Hohenbusch ist dieser Baum auf ein fahrendes Auto gefallen. Die Insassen konnten sich selbst befreien, sie wurden nicht verletzt. Foto: Walter Scheufen

Gesperrt war ab dem Nachmittag die Bahnstrecke zwischen Geilenkirchen und Aachen, weil ein Baum bei Zweibrüggen auf die Gleise gestürzt ist. „Wir warten auf Spezialisten von der Bahn“, erklärte der Leiter der Übach-Palenberger Feuerwehr, Detlef Mäntz. „Ehe die Leitungen nicht gesichert sind, können wir den Baum nicht entfernen.“ Auch in Scherpenseel wurde noch ein Baum gesichert, der drohte, auf ein Haus zu stürzen. Und in Übach-Palenberg gibt es bis zum Abend keine Verletzten. Rund 70 Feuerwehrkräfte kümmern sich hier um rund zwölf Einsätze.

Notrufe ohne Ende ab 15 Uhr

Insgesamt waren die Feuerwehren im Kreis Heinsberg bei rund 300 Einsätzen vor Ort, erklärt der Leiter des Feuerschutzzentrums in Erkelenz, Thomas Kähler: „Ab 15 Uhr erreichten uns Notrufe ohne Ende. Darum wurde auch das Team in der Leitstelle kurzfristig um zwölf weitere Kräfte aufgestockt.“

(red)
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