Kreis Heinsberg soll Digitalkreis Nummer 1 in NRW werden

Digitalisierung : Der Wandel fordert eine kluge Strategie

Die Digitalisierung ist überall - und sie ist das Thema der Stunde. Die FDP-Kreisfraktion möchte einen Antrag in Kreistag einbringen, dass eine Digitalstrategie für den Kreis Heinsberg  entwickelt wird. So soll die Region Digitalkreis Nummer 1 in NRW werden.

Die Digitalisierung birgt viele Chancen und kann das Leben der Menschen in Zukunft ein Stück einfacher und besser machen. Mediziner können mit digitaler Technik Leben retten, Bankgeschäfte werden mit digitaler Technik einfacher und von überall zu erledigen, unsere Häuser werden intelligenter, sicherer und ressourcenschonender und sogar Landwirte können mit digitalen Technologien ihre Felder besser bewirtschaften. Die Digitalisierung ist überall und das Thema der Stunde.

Aber die Digitalisierung bringt auch enorme Herausforderungen mit sich. So werden einst erfolgreiche Geschäftsmodelle von ganz neuen Geschäftsmodellen verdrängt – der Einzelhandel hat in den vergangenen Jahren diese schmerzliche Erfahrung machen müssen.

Damit der Kreis Heinsberg für die Zukunft gerüstet ist, möchte die FDP-Kreistagsfraktion Heinsberg in der nächsten Sitzung des Kreistages den Antrag stellen, dass eine Digitalstrategie für den Kreis Heinsberg  entwickelt wird.

„Die Digitalisierung wird in allen Bereichen des Lebens immer wichtiger. Nicht nur im Bereich der Wirtschaft, sondern auch in den privaten Haushalten wird daher eine flächendeckende Versorgung mit Glasfaser und 5G zukünftig unerlässlich. Die FDP setzt sich daher für eine langfristig geplante und finanziell gut ausgestattete Digitalstrategie ein“, erläutert Stefan Lenzen, FDP-Fraktionsvorsitzender und Mitglied des Landtags, die liberale Initiative.

Dies soll gemeinsam mit der Politik und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg in interfraktionellen Arbeitsgruppen geschehen. „Im Wettbewerb als attraktiver Standort für Arbeit, Bildung, Wohnen und Investitionen werden Fragen der digitalen Ausstattung, Versorgung und Infrastruktur immer zentraler. Wir wollen, dass der Kreis Heinsberg im Sinne des Leitbildes für den Kreis zum Vorbild für andere Landkreise, zum Digitalkreis Nummer 1 in NRW wird“, sagt Stefan Lenzen zum Ziel des Antrages der Freien Demokraten.

Ulrich Schirowski, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft im Kreis Heinsberg, hält diesen Antrag für folgerichtig. „Die technische Infrastruktur ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung. Der Kreis Heinsberg ist sehr gut aufgestellt, was die digitale Infrastruktur betrifft. Im Vergleich zu anderen ländlichen Regionen in Nordrhein-Westfalen belegt der Kreis Heinsberg den ersten Platz“, sagt Schirowski. Die hiesige Region erreicht heute schon bei den Privathaushalten in einigen Teilen des Kreises Spitzenwerte im Landesvergleich bei der Breitbandversorgung.

„Der Ausbau der digitalen Verwaltung geht mit den veranschlagten Mitteln in Höhe von 350.000 Euro für die Digitalisierung im Haushalt für 2019 weiter voran“, lobt auch die FDP. Ulrich Schirowski sieht jedoch an einigen Stellen im Kreis auch Aufholbedarf. „An der digitalen Infrastruktur in einigen Gewerbegebieten und in den Schulen müssen wir noch arbeiten“, sagt Schirowski. Dort sehen auch die Freien Demokrate Handlungsbedarf. Die gute, aber noch ausbaufähige Position des Kreises solle mit einer Digitalstrategie aufrechterhalten und noch weiter auf alle Bereiche Schritt für Schritt ausgebaut werden, sagt Stefan Lenzen.

Als großes Ziel einer Digitalstrategie sieht Schirowski die Ansiedlung von Unternehmen aus dem „Digitalbereich“. Denn noch liege der Kreis Heinsberg als ehemalige Bergbauregion nicht auf den vorderen Plätzen in NRW, was die Anzahl digitaler Unternehmen und Arbeitsplätze anginge. Den Strukturwandel, dem der Kreis Heinsberg unterliegt, sieht Schirowski als Chance, sich im digitalen Bereich neu aufzustellen. Einen Raum, um digitale Prozesse anzustoßen, habe der Kreis Heinsberg mit der Werkbank bereits geschaffen. „Ein solcher Co-Working-Space ist Ankerpunkt für`s Thema“, sagt der WFG-Geschäftsführer.

Der FDP-Kreisvorsitzende Dr. Klaus Wagner, betont: „Mit dem Antrag wollen wir zeigen, dass wir im Kreis mit unseren Anstrengungen, eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur auf- und auszubauen nicht nachlassen dürfen. Es darf im Kreis weder in Neubaugebieten, noch in der Bestandsbebauung keine weißen Flächen bei individuellen Glasfaseranschlüssen geben. Im Wettbewerb als attraktiver Standort für Arbeit, Bildung, Wohnen und Investitionen werden Fragen der digitalen Ausstattung, Versorgung und Infrastruktur immer zentraler.“

Inhalte des Antrages sind neben der Schaffung einer Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Digitalstrategie, die Schließung von noch bestehenden Versorgungslücken, insbesondere bei Schulen, sowie die Forderung nach Zusammenarbeit mit Mobilfunkbetreibern zur flächendeckenden Versorgung mit 5G.