1. Lokales
  2. Heinsberg

Kreis Heinsberg passt Corona-Strategie an

Steigende Infektionszahlen : Kreis Heinsberg passt Corona-Strategie an

Der Kreis Heinsberg hat auf die stark steigenden Infektionszahlen reagiert und seine Corona-Strategie angepasst.

Seit Samstag liegt der Inzidenzwert im Kreis Heinsberg über der für verschärfte Maßnahmen wichtigen Schwelle von 50. Nachdem die Zahlen weiter rasant angestiegen sind – am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz laut Mitteilung des Kreises bei 82,2 –, verständigte sich der zuständige Krisenstab auf eine angepasste Coronavirus-Strategie, die ab Mittwoch, 28. Oktober, gilt:

Die Strategie im Wortlaut:

  • Alle Personen mit Erkältungssymptomen sollen mindestens sieben Tage, möglichst 14 Tage zu Hause bleiben, mindestens aber so lange, bis sie zwei Tage lang beschwerdefrei gewesen sind. Sie sollen ihre Hausarztpraxis (telefonisch) kontaktieren, die über eine Testung entscheidet und bedarfsweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt.
  • Private Aktivitäten – Vereinstätigkeit, Feiern, Gruppensport –, die nicht zwingend erforderlich sind, sollen eingestellt werden.
  • Positiv getestete Personen werden vom Gesundheitsamt angerufen, beraten, für 14 Tage in Quarantäne versetzt und über die erforderlichen Verhaltensregeln aufgeklärt. Deren Haushaltsangehörige werden alle als enge Kontaktpersonen eingestuft, ebenfalls für 14 Tage in Quarantäne versetzt und zum Abstrich angemeldet. Ein negatives Testergebnis hebt die Quarantäne von engen Kontaktpersonen nicht auf.
  • Am Ende der Quarantäne werden die positiv getesteten Personen vom Gesundheitsamt angerufen, zu ihrem Befinden befragt und nach medizinischem Ermessen aus der Quarantäne entlassen. Bei nicht positiv getesteten Kontaktpersonen endet die Quarantäne mit Ablauf des festgelegten Zeitraums automatisch, Beschwerdefreiheit vorausgesetzt.
  • Weitere Kontaktpersonen außerhalb der Haushaltsgemeinschaft dürfen – sofern sie asymptomatisch sind – arbeiten beziehungsweise Schule oder Kita besuchen. Sie sollen durch die positiv getestete Person selbst über ihren Status in Kenntnis gesetzt werden (analog WarnApp). Eine routinemäßige Testung dieser Kontaktpersonen ist entbehrlich. Wichtig ist eine aufmerksame Selbstbeobachtung, Arbeiten ab diesem Zeitraum nur mit Mund-Nasen-Schutz (in der Pflege und ähnlich sensiblen Bereichen möglichst Vollschutz und mit FFP2-Maske), bei Symptomen sofortiges Zuhausebleiben und telefonischer Kontakt zum Hausarzt, der über eine Testung und das weitere Vorgehen entscheidet.
  • In Schulen und Kitas wird bei Aufkommen eines positiven Falls nicht mehr grundsätzlich die gesamte Klasse oder Gruppe in Quarantäne versetzt oder „durchgetestet“, sondern nach Einzelfallentscheidung vorgegangen. Unsere bisherige Erfahrung nach zahlreichen Testungen hat gezeigt, dass unter Einhaltung der Hygienekonzepte von Kindern ausgehend eine bedeutende Weitergabe von Infektionen nicht zu verzeichnen war.
  • Bei positiven Fällen in Pflegeeinrichtungen wird der betroffene Wohnbereich von den übrigen Bereichen im Sinne einer „Gruppenquarantäne“ für 14 Tage abgegrenzt. Gegebenenfalls werden weitere Maßnahmen mit der Leitung abgestimmt. Besuche sind in dieser Zeit nur außerhalb des Wohnbereichs, am besten im Freien möglich. Die Pflegekräfte dürfen ab diesem Zeitpunkt nur mit voller Schutzausrüstung weiterarbeiten, sofern sie keinerlei Beschwerden haben. Angehörige mit Erkältungssymptomen sollten generell möglichst von Besuchen in Pflegeeinrichtungen absehen.

(red)