Kreis Heinsberg: Heimatministerium vergibt 123.800 Euro für Denkmäler

Förderprogramm : NRW fördert im Kreis den Denkmalschutz

Viele Menschen weinten, als die Kathedrale Notre-Dame in Paris Anfang vergangener Woche in Flammen stand. „Dass so viele von dem Ereignis so emotional getroffen waren, zeigt eindrücklich, wie viel den Menschen das kulturelle und historische Erbe von Kulturdenkmälern bedeutet“, betont Stefan Lenzen, FDP-Landtagsabgeordneter für den Kreis Heinsberg.

Auch wenn der kulturelle Wert der Pariser Kathedrale eine andere Dimension habe, als die Denkmäler im Kreis Heinsberg, so seien sie dennoch ebenso erhaltenswert. „Wenn jemand mit einem Denkmal ganz persönlich etwas verbindet, dann ist es für ihn wertvoll und schützenswert“. Daher begrüßt der Abgeordnete es umso mehr, dass das nordrhein-westfälische Heimatministerium im kürzlich vorgestellten Denkmalförderprogramm 2019 auch den Kreis Heinsberg mit einer sechsstelligen Summe bedacht hat.

Das Gesamtvolumen der Denkmalförderung beträgt 10,8 Millionen Euro. Etwa 1,5 Millionen Euro bekommen 162 Städte und Gemeinden als Pauschalmittel zugewiesen. Rund 9,3 Millionen Euro werden für dringend notwendige Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen als Einzelförderung zur Verfügung gestellt.

„In den Kreis Heinsberg fließen insgesamt 123.800 Euro und in den Nachbarkreis Düren 323.166,07 Euro“, sagt Lenzen und betont: „Mit dem Denkmalförderprogramm sichern wir das kulturelle Erbe unserer Heimat“.

Eigentümer erhalten Hilfe

Neben den Kommunen leisteten vor allem die Eigentümer einen großen Beitrag zum nachhaltigen Erhalt und zur Pflege der Denkmäler. „Das Land NRW unterstützt sie dabei.“

Im Vergleich zum Vorjahr hat das Land die Mittel für den Denkmalschutz erhöht. Bei den Pauschalmitteln stehen 1,3 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. „Denkmäler erinnern uns an unsere Geschichte. Denkmäler bewahren den Charakter und die Identität unserer Städte und Dörfer. Die Mittelerhöhung ermöglicht es, gerade das große Engagement der privaten Eigentümer stärker zu unterstützen“, so Lenzen, der auch Mitglied des Heimatausschusses des NRW-Landtags ist.

Wie das Ministerium bekannt gab, beteiligt sich das Land zusätzlich auch an Restaurierungsarbeiten an Kirchenbauten von besonderer Bedeutung und an der Arbeit der Jugendbauhütten. Die Kommunen Erkelenz, Heinsberg und Wegberg erhalten Pauschalbeiträge in Höhe von insgesamt 17.500 Euro. Die übrigen Fördermittel erhalten die Städte Erkelenz (23.000 Euro), Geilenkirchen (6.100), Wegberg (35.200) und die Gemeinde Gangelt (42.000 Euro) als Beitrag zur Einzelförderung. Welche Denkmäler von der Einzelförderung profitieren, darauf durfte das Heimatministerium auf Nachfrage unserer Zeitung keine Antwort geben.

Nur soviel: Durch die Erhöhung der Fördermittel solle sichtlich das Engagement der Privatleute unterstützt werden, denn zahlreiche Baudenkmäler werden von Privatleuten in Stand gehalten. Die Privaten zu entlasten ist auch in der Förderrichtlinie klar definiert: die Städte und Gemeinden dürfen keine Zuschüsse bewilligen für Gebäude, die sich im Eigentum der Kriche oder anderer Religionsgemeinschaften befinden und die für Gottesdienste gedacht sind. Ebensowenig für Ausstattungsgegenstände dieser Gotteshäuser.

Mehr von Aachener Zeitung