Kreis Heinsberg: ADFC fordert mehr Platz für Fahrräder und E-Roller

E-Scooter : ADFC fordert mehr Platz für Fahrräder und E-Roller

Vielleicht schon im Sommer dürfen Elektro-Tretroller über deutsche Straßen und Radwege brausen. Gibt es demnächst weniger Staus und schlechte Luft in den Städten? Mobilität wird immer differenzierter, individualisierter und es gibt immer mehr Optionen, sich von A nach B zu bewegen.

Die sogenannten E-Scooter sind dabei einer von vielen Bausteinen. Der Bundesrat hat den Weg für eine Zulassung der E-Scooter mit maximal 20 Kilometern pro Stunde frei gemacht. Die Bundesregierung will die Änderungen nun zügig umsetzen, nötig ist noch ein Kabinettsbeschluss.

Der ADFC Kreis Heinsberg sieht darin Vor- und Nachteile zugleich: „E-Scooter bieten eine zusätzliche interessante Möglichkeit, die Städte von unnötigen, kurzen Autofahrten zu entlasten. Dabei verschärfen die E-Scooter die bekannten Platz- und Infrastrukturprobleme in den Städten, auch im Kreis Heinsberg.“ Die vorhandenen Radwege reichten „schon für den normalen Radverkehr kaum aus und sind allzu oft in einem schlechten Zustand“, was auch der Fahrradklima-Test belegt habe. „Schon für Fahrräder ist die Infrastruktur an vielen Stellen gefährlich, für E-Scooter mit ihrer schnellen Beschleunigung, den Mini-Rädern und dem tiefen Schwerpunkt gilt das in noch viel stärkerem Maße“, teilte der ADFC nun mit.

Dabei soll dem ADFC zufolge das Tempo der Roller relevant sein: Die schnelleren E-Scooter passten mit ihrer Geschwindigkeit zum Radverkehr auf Radwegen. „Die langsamen E-Scooter sollten komplett aus der Zulassung gestrichen werden, denn sie bremsen den Radverkehr aus und werden von niemandem, auch von den Verleihern nicht gebraucht.“

Wichtig ist dem Verband dabei, dass der Radverkehr im öffentlichen Straßenraum mehr Platz bekommt: „Mit großer Skepsis reagieren wir angesichts des schlechten Fahrradweg-Angebots in den Kommunen im Kreis Heinsberg.“ Kritikpunkte sind unter anderem zu schmale Radwege und von Kraftfahrzeugen zugeparkte Radwege. „Deshalb müssen die Städte den verfügbaren Platz auf der Straße neu aufteilen und dringend in eine bessere Radinfrastruktur investieren“, so der ADFC. Die Forderung: „Ein Minimum ist die Anhebung von derzeit 5 Euro auf 30 Euro pro Jahr und Einwohner.“

Den Fahrrädern und E-Scootern sollte nach Meinung des ADFC doppelt so viel Platz wie bisher eingeräumt werden, „doppelt so viele Radwege, die doppelt so breit sind“. Das dürfe nicht auf die lange Bank geschoben werden. „Wenn Fahrräder, Pedelecs und E-Scooter die Städte vom Autoverkehr und Parkplatzproblemen entlasten sollen, muss der Autoverkehr Platz abgeben“, so die Forderung des ADFC.

Werde dieser Platz nicht geschaffen, werde es massive Probleme auf den Gehwegen geben. Die Erfahrung aus anderen Ländern zeige, dass E-Scooter-Fahrer meist auf Gehwege ausweichen, wenn sie Radwege oder die Fahrbahn als zu gefährlich empfinden.

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