Heinsberg: Kreative Köpfe zeigen ihre handgemachten Kunstwerke

Heinsberg: Kreative Köpfe zeigen ihre handgemachten Kunstwerke

Wohnwagen im Miniaturformat oder Kunstwerke aus gefalteten Buchseiten: Die Ausstellung für Hobbykünstler der Kulturgemeinde der Stadt Heinsberg wartete bei ihrer 28. Auflage wieder mit interessanten Neuheiten auf.

Er sei eine Zeit lang arbeitslos gewesen, erzählte Ralf Krolikowski die Geschichte seines Hobbys. Da habe er sich seiner Kindertage zusammen mit seinem Bruder erinnert, in denen solch ein kleiner Wohnwagen aus Resten von Holzpaletten entstanden sei. Jetzt hat er selbst Mini-Wohnwagen gebaut, drei Stück in den vergangenen drei Jahren.

Gerti Küppers faszinierte mit ihrer Buchkunst: Geschickt gefaltet entstehen aus den Seiten Buchstaben oder andere plastische Motive. Foto: anna

Er wollte sie auf der jüngsten Caravan-Messe in Düsseldorf zeigen. Doch dafür wollte man ihm keine Genehmigung erteilen mit der Begründung, er könnte ja bestehende Wohnwagen kopiert haben. Dem sei allerdings gar nicht so, versichert er. „Gerne würde ich mit meinem Hobby in Serie gehen“, hofft er dennoch auf einen Unternehmer, der seine Idee aufnimmt. „Dadurch würden ja auch wieder Arbeitsplätze entstehen“, sagt er

Ralf Krolikowski (hinten) faszinierte mit seinen Mini-Wohnwagen auch die ganz kleinen Besucher. Fotos (3): anna Foto: anna

Mit solch einem Wohnwagen, gezogen von einem Kettcar zum Beispiel, würden Kinder zum Spielen im Freien — abseits von elektronischem Spielzeug — animiert, ist sich Krolikowski sicher. Die Wagen können sogar so umgebaut werden, dass man darin nicht nur spielen, sondern auch übernachten kann. Und als schicke Hundehütte im Garten wären die kleinen Mobilheime ebenfalls nutzbar, erklärte er den Besuchern der Ausstellung, die sich an seinen Kunstwerken sehr interessiert zeigten.

Auch der Stand von Kati Küppers zog die Blicke auf sich. Sie nimmt gelesene und veraltete Ausgaben von Büchern und faltet jede einzelne Seite nach hinten weg, in einem Muster, das ihr eine Software oder eine Zeichnung auf Millimeterpapier vorgibt. So entstehen aus den zusammengefügten Seiten optische Plastiken in Form von Buchstaben, Zahlen oder gar kleinen Fußsohlen.

Auch Bürgermeister Wolfgang Dieder, der die zweitägige Ausstellung in der Begegnungsstätte offiziell eröffnete, zeigte sich nach einem ersten Rundgang begeistert von den Arbeiten der 30 Aussteller. Darunter waren auch viele Bekannte wie zum Beispiel Elfriede Stübner mit ihren Puppen, die mit ihrer 27. Teilnahme aber auch ihre „Abschiedsvorstellung“ gab.

Die Präsentation einer Vielzahl unterschiedlicher Techniken in der Ausstellung habe sich zu einem festen Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt entwickelt, nannte Dieder Malerei, Fotografie, Holz-, Ton- oder Keramikarbeiten als Beispiele. Sicherlich würden auch von dieser Ausstellung wieder viele Besucher Anregungen für ihre eigene kreative Freizeitgestaltung mitnehmen.

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