Wassenberg-Orsbeck: Kreativ lernen: Offenes Ganztagskonzept in Orsbeck

Wassenberg-Orsbeck: Kreativ lernen: Offenes Ganztagskonzept in Orsbeck

Wenn von 137 Schülern einer Schule 130 freiwillig am Ganztagsunterricht teilnehmen, dann muss etwas Besonderes dahinterstecken. Gelungen ist dies den Lehrerinnen- und Erzieherinnen-Teams der OGS Orsbeck mit ihrem Konzept der Verzahnung von Vor- und Nachmittagslerninhalten. Für die finanzielle Absicherung sorgt als Dritter im Bunde der Förderverein der Schule.

„Die Schule ist zu einem ganztägigen Ort des Lebens und Lernens geworden“, betonte Andrea Fuchsmann als OGS-Leiterin. Neun Erzieherinnen bilden gemeinsam das Team der Offenen-Ganztags-Angebote in der Grundschule Orsbeck. Sie planen Lernzugänge in Workshops, offenen und festen Arbeitsgemeinschaften.

Feste Arbeitsgemeinschaften seien die Angebote, die über einen Zeitraum von zwei bis sechs Monaten sich einem bestimmten Thema oder dem Aufbau von Grundfertigkeiten widmen würden. Ganz aktuell werde im Sachunterricht der Klasse 4 das Thema „Mittelalter“ bearbeitet. In einem Experten-Workshop vertieften dann neun Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsthema am Nachmittag.

Mit einer Einladung zum Ritterfest präsentierten sie ihre Arbeitsergebnisse der letzten zwei Monate. Mit selbstgenähter Ritter- und Burgfrauen-Kleidung, Ritterschilde und Schwerter waren sie Gastgeber des Festes. Neben einem festlichen Rittermahl hatten die Schüler der Expertengruppe mit ihren Erzieherinnen Christel Vincentz-Evrard und Freia Joerißen noch Spiele vorbereitet.

„Was im morgendlichen Unterricht auf kognitiver Basis vermittelt wurde, wird im Nachmittag auf kreativer Ebene fortgesetzt“, verdeutlichte die Schulleiterin Elvira Tholen die Verzahnung der Lerninhalte. In gemeinsamen Ganztagskonferenzen von OGS-Team und Grundschullehrer-Team würden Themen verbindlich abgesprochen oder Regelwerke festgelegt. Ergänzt werde die Teamarbeit durch eine Sozialpädagogin.

Zur Sicherung der Qualität der Arbeit finanziere der Förderverein gerne auch gemeinsame Fortbildungen oder unterstütze Angebote wie den „Sinnesgarten“, bestätigte Leo Schrötgen als Vorsitzender des Fördervereins die gelungene Zusammenarbeit.

Für die Schülerinnen und Schüler hatten aber auch die Erzieherinnen noch eine Überraschung vorbereitet: Zwei lebendige Ritter auf Pferden besuchte das Ritterfest. Beeindruckt von den in Ritterrüstungen mit Lanze, Schild und Schwerter ausgestatteten Reitern, führten die Schüler dann noch richtige Experten-Gespräche.

Andreas Evrard repräsentierte einen Ritter aus dem 12. Jahrhundert und war mit einem echten Templer-Langschwert ausgerüstet. Als Ritter aus dem 15. Jahrhundert erläuterte Frank Jansen, ausgebildeter Hufschmied, wie die Eule in sein Wappen gekommen ist: Er ist in Eulenbusch geboren. Dass seine Ritterrüstung insgesamt vierzig Kilo Gewicht wiegt, beeindruckte alle.

Den kecken Spruch eines Viertklässlers, dass er wie frisch aus der Konservendose aussehe, steckte Jansen humorvoll weg.

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