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Heinsberg: Krankenhausseelsorgerin Antonette Berg tritt ihren Dienst an

Heinsberg : Krankenhausseelsorgerin Antonette Berg tritt ihren Dienst an

In einem feierlichen Gottesdienst in der Hauskapelle haben die katholische Kirche und das städtische Krankenhaus Heinsberg den Krankenhausseelsorger Wolfgang Sybrandi in den Ruhestand verabschiedet und seine Nachfolgerin Antonette Berg in ihr Amt eingeführt.

Die Gewissheit, gesegnet zu sein und damit für andere Menschen zum Segen werden zu können, prägten die Texte, die beide gemeinsam für die Feierstunde ausgewählt hatten.

Für sie sei es ein Segen, jetzt wieder in der Krankenhausseelsorge tätig sein zu dürfen wie schon in Wegberg vor der Schließung des dortigen Krankenhauses. Sie sei zur Leidenschaft in ihrem Beruf geworden, betonte die Gemeindereferentin. „Ich freue mich und ich bin dankbar.“ Schon bei ihren Schritten in Begleitung von Sybrandi habe sie gespürt, dass die Seelsorge einen Platz im Heinsberger Krankenhaus habe.

Großes Vertrauen

Sybrandi dankte für großes Vertrauen von Patienten, Pflegern und Ärzten sowie von seinen priesterlichen Mitarbeitern während der mehr als 20 Jahre seines Wirkens in Heinsberg. Sogar mehr als 21 Jahre und fünf Monate seien es gewesen, erklärte Bürgermeister Wolfgang Dieder in seiner Laudatio. „Sie sind vielen Menschen durch ihren Beistand eine wertvolle Stütze gewesen“, betonte er. „Das macht Ihre Arbeit besonders.“ Dabei habe Sybrandi nie nach Konfession unterschieden. Ein großes Anliegen sei ihm das Angebot regelmäßiger Gottesdienste insbesondere an Feiertagen gewesen, so Dieder weiter.

Sybrandi sei an der Ausgestaltung der Kapelle beteiligt gewesen und habe entscheidenden Einfluss auf den Aufbau des Krankenhaus-Besuchsdienstes gehabt. Vor der Eröffnung der Palliativstation des Krankenhauses habe er sich sogar speziell für diese Aufgabe fortgebildet und auch den Mitarbeitern der neuen Station wichtige Impulse gegeben. „Es braucht Menschen wie Sie, die Leid erkennen, aufnehmen und in sich verarbeiten können, um dann zu helfen“, fand Dieder schließlich sehr persönliche Worte für das Wirken Sybrandis.

Nicht unerwähnt ließ er die Arbeit von Küsterin Angelika Winters, von Gertrud Schmitz, die sich in der Verteilung der Krankenkommunion engagiert und von Annemie Houben, die im Gottesdienst die Orgel spielte. „Wir sind sehr froh darüber, dass das bischöfliche Generalvikariat sie nach Heinsberg gesandt hat“, sagte Dieder an Nachfolgerin gewandt. Besonders habe ihn gefreut, dass sie es als Segen betrachte, diese Aufgabe übernehmen zu dürfen. Ein Segen sei es auch, dass das Heinsberger Krankenhaus ein städtisches sei, ergänzte Dieder quasi in eigener Sache. „Wir müssen zwar auch wirtschaftlich arbeiten, sind aber nicht auf Profit ausgerichtet“, betonte er.

Michael Richardy, zuständiger Personalreferent, verlas schließlich einen Brief von Bischof Dr. Helmut Dieser zur Entpflichtung Sybrandis von dessen Aufgaben. Darin ließ er dessen Werdegang noch einmal Revue passieren. Demnach war er 1984 in seinen Dienst als Pastoralreferent im Dekanat Wegberg eingetreten. 1995 wechselte er in die Krankenhausseelsorge nach Krefeld und kam am 1. Januar 1997 nach Heinsberg. Am 1. Dezember 2005 wurde er zusätzlich mit der Koordination der Notfallseelsorge in der Region Heinsberg beauftragt. Stets habe Sybrandi seinen Dienst „aus ganzem Herzen mit Gewissenhaftigkeit, Einfühlungsvermögen und tiefer Überzeugung gestaltet“, lobte der Bischof Sybrandis Wirken.

„Ein mustergültiger Kollege“

„Du bist ein mustergültiger Kollege!“, bescheinigte ihm Propst Markus Bruns. Unaufgeregt, mit Ruhe und Gelassenheit habe Sybrandi als „Wirklich wacher Theologe“ sein Amt ausgefüllt. „Wenn alle Kooperationen so unaufgeregt und gut laufen würden, was wäre das Leben schön.“ So habe er sich nie gesehen, erklärte Sybrandi. „Aber es tut gut“, fügte er sogleich hinzu, freute sich über zahlreiche Geschenke, darunter „ein Koffer für Berlin“, den ihm das Pastoralteam gepackt hatte. „Das ist spürbar echte Freude“, bescheinigte Bruns zudem der neuen Krankenhausseelsorgerin. „Mögen Sie ein Segen sein, aber auch viel Segen für sich erfahren“, wünschte er ihr.