Erkelenz: Kostenlos: Gefüllte Bücherregale warten auf Leser

Erkelenz: Kostenlos: Gefüllte Bücherregale warten auf Leser

In der Innenstadt kommen Bücherfreunde künftig auf ihre Kosten. Denn in verschiedenen Cafés werden sogenannte Lesetankstellen zum Schmökern einladen. Das Beste daran ist, dass man die Bücher kostenlos mitnehmen kann.

Das Prinzip der „Bücherkiste“ wird schon in vielen deutschen Städten praktiziert, unter anderem auch in Wegberg, wo auf dem Rathausplatz ein Bücherregal auf Leseratten wartet.

Das Erkelenzer Projekt Bücherkiste setzt auf öffentliche Räume, wo gut sortierte Bücherregale auf die Besucher warten. Ins Leben gerufen wurde es von dem „Blup it“-Betreiber Christoph Radek und Marwin Altmann und Thomas Poos, den Machern des Portals „Dein Erkelenz“. Beide Portale beschäftigen sich mit Erkelenz und wollen seine Vorteile den Besuchern näherbringen.

Während „Blup it“ auf Kultur und Trends abonniert ist, legen die beiden Macher von „Dein Erkelenz“ den Fokus auf den Erkelenzer Einzelhandel und seine Vielfalt. Gemeinsam mit den beiden Buchhändlern Christopher Viehausen und Barbara Viehausen-Phlippen eröffneten sie die erste Erkelenzer Bücherkiste im Bistro Julien‘s am Markt. Gleich nebenan bei Klinkenberg wird die nächste Bücherkiste stehen, weitere Standorte in der Innenstadt sind im Gespräch.

„Wir wollen, dass die Leute wieder Bücher aus Fleisch und Blut in die Hand nehmen“, sagte Radek bei der Eröffnung. Lust auf Lesen machen will auch die Buchhandlung Viehausen, die saisonal mit einem eigenen Büchertisch dabei ist. In der warmen Jahreszeit soll zukünftig eine Bank vor dem Geschäft an der Kölner Straße zum Lesen einladen. Und auch da können die Bücher natürlich auch mitgenommen werden.

„Wir erfinden das Rad nicht neu“, weiß Altmann. Allerdings sei die Umsetzung durch Einbeziehung der Erkelenzer Gastronomie schon ein neuer Weg. Denn in gemütlicher Atmosphäre liest man gerne und ist auch nicht böse, wenn sich die Verabredung einmal verspätet. Ein weiterer Standort für eine Bücherkiste ist an der Stadtbücherei geplant. „Wir setzen darauf, dass die Leute die Bücher mitnehmen und später auch ein eigenes mitbringen und in den Kreislauf geben“, sagt Thomas Poos.

Unterstützt wird das Projekt auch vom Erkelenzer Heimatverein. Theo Görtz und Hubert Rütten haben jahrelang mit Büchern zu tun gehabt und verfügen auch nach der letzten Bücherbörse im Dezember über einen riesigen Bestand, zu dessen Besichtigung sie die Bücherkisten-Macher einluden. Das Spektrum der Bücher soll möglichst breit gefächert sein und neben Belletristik auch Sach- oder Kinderbücher enthalten. „Auch englischsprachige Literatur ist uns sehr willkommen“, betonte Altmann.

Allerdings werde kontrolliert, was die Teilnehmer in die Bücherkisten einstellen. Propaganda und Anstößiges möchte man vermeiden. Die Bücher aus den Erkelenzer Bücherkisten werden einen Aufkleber tragen, der sie als solche ausweist. Die „Literaturtankstellen“ sollen bald ein Netz in der Erkelenzer Innenstadt bilden.

Die Bücherkisten sind ein Projekt, mit dem die Innenstadt attraktiver gemacht werden soll. Weitere Projekte seien in Planung, betonten Radek, Poos und Altmann.

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