Heinsberg: Kosten der Jugendhilfe steigen in Heinsberg drastisch an

Heinsberg: Kosten der Jugendhilfe steigen in Heinsberg drastisch an

Die Kosten im Jugendhilfebereich der Stadt Heinsberg sind erheblich gestiegen. Das ließ in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses der Leiter des Jugendamtes, Bernd Kleinjans, die Ausschussmitglieder wissen.

Der „Fehlbetrag“ belaufe sich auf derzeit 10,8 Millionen Euro, was einem Anstieg von über 1,5 Millionen Euro entspreche.

Der Löwenanteil dieser Entwicklung ist mit 785.000 Euro den Personalkosten zuzuschreiben. Neben den Tariferhöhungen spiele in diesem Zusammenhang unter anderem die Einrichtung von fünf Vollzeitstellen für die Kinderbetreuung in Unterbruch, 1,5 in Karken und 2,5 in Waldenrath eine Rolle. Im nächsten Jahr stünden insgesamt 10,5 zusätzliche Stellen zur Verfügung.

300.000 Euro hätten sich als Mehraufwand durch eine veränderte „Auslegung von Zuständigkeiten“ ergeben, wie Kleinjans erläuterte. Im Bereich der „Hilfe für junge Volljährige“ schlügen derzeit zwei Fälle von Menschen mit meist psychischen Problemen zu Buche. Pro Betroffenem entstünden Kosten von etwa 60.000 bis 70.000 Euro im Jahr.

Auch die Kosten auf dem Gebiet der Schulbegleitung und Integrationshilfe hätten zugenommen, erklärte Kleinjans. Etwa 90 Prozent des Einsatzes entfalle auf die Betreuung sozial-emotional gestörter Schüler im Rahmen des Inklusionsprozesses an den Regelschulen. Pro Monat müssten dadurch Kosten von rund 17.000 Euro eingeplant werden. „Das ist für die Eltern kostenfrei, das sieht der Gesetzgeber nicht vor“, sagte Kleinjans.

Eine Änderung im Sozialgesetzbuch beschäftigt derzeit ebenfalls das Jugendamt. Die sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden seit November nach einem Verteilungsschlüssel ähnlich wie bei den Erwachsenen zugewiesen. Bislang war es so, dass die Jugendlichen dort untergebracht und versorgt werden mussten, wo sie erstmalig aufgegriffen wurden.

In NRW sind laut Kleinjans momentan 10.704 dieser Jugendlichen zu versorgen. Heinsberg sei zu einer Aufnahme von 25 Personen verpflichtet, 17 seien schon da. Doch die Tendenz sei steigend. Kleinjans rechnet mit einer Zuteilung von 30 Personen, die in Wohngruppen und Gastfamilien untergebracht werden.

Mehr von Aachener Zeitung