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Konzert in Maria Lind ist kontrastreich und doch harmonisch

Kaléko-Quartett : Konzert in Maria Lind ist kontrastreich und doch harmonisch

Nicht nur musikalisch, sondern auch literarisch macht das Kaléko-Quartett seinem Namen alle Ehre, wie es bei einem Konzert in der Klosterkirche Maria Lind in Braunsrath bewies.

Benannt hat sich Formation, vor vier Jahren gegründet aus Studierenden und Absolventen der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover 2015 ganz bewusst mit dem Namen der Dichterin Mascha Kaléko, da sich alle vier Musikerinnen, Maria Meures und Anne Zauner (Violine), Caroline Luy (Viola) und Luisa Arnitz (Violoncello) von ihrem Werk angesprochen fühlen. Auch in Braunrath ließen sie Gedichte von ihr in die Präsentation einfließen.

Das Besondere am Konzert des wunderbar miteinander musizierenden Quartetts war die Wahl der Stücke. Schon in Ludwig van Beethovens Streichquartett in B-Dur, op. 18, Nr. 6 machten die vier Frauen nicht nur deutlich, wie kontrastreich diese Komposition ist, sondern auch, wie sehr sie selbst ihre Interpretation einen ganz besonderen Klang verleihen.

Für die Ohren der von der bekannten Klassik verwöhnten Konzertbesucher ganz neue, eigenwillige Klänge spielten die vier Streicherinnen danach mit dem Stück „Pannonia Boundless for string quartett“ von Aleksandra Vrebalov. Die 1970 geborene Serbin, die heute in New York lebt, hat dieses Stück im Auftrag des bekannten Kronos-Quartetts geschrieben. Gegründet sei es auf Zigeunermelodien und auf den Erfordernissen spezieller Spieltechniken dieser nomadisierenden Musiker, hieß es dazu von der Komponistin selbst im Programm. „Nach Recherchen in den Radioarchiven in Novi Sad und vielen Besuchen in Zigeunerlokalen in der Vojvodina schrieb ich dieses Stück als Hommage an jene Musiker, die sowohl an den Rändern der Gesellschaft wie auch in den bekannten Konzertsälen unsere Herzen anrühren können.“ Ja, das taten auch deren Klänge allein auf den vier Streichinstrumenten in der Klosterkirche.

Nach der Pause beschlossen die vier Musikerinnen ihr Konzert mit dem Streichqartett in F-Dur, op. 96 „Amerikanisches“ und nahmen ihre Zuhörer so mit über den „großen Teich“ in die Zeit am Ende des 19. Jahrhunderts. Wer die Augen schloss, konnte ihn vor sich sehen, einen alten Film über die Welt der ersten Siedler auf diesem Kontinent. Ohne Zugabe ließ das Publikum das Quartett nicht von der Altarbühne, das sich auch nach hinten, hin zu den Klarissen verneigte, die sich ebenfalls über das Konzert in ihrer Kirche sehr freuten.