Erkelenz: Konzert: Es geht um den Kern der Heilsgeschichte

Erkelenz: Konzert: Es geht um den Kern der Heilsgeschichte

Wohl eines der bekanntesten Werke geistlicher Musik, das Oratorium „Messias“ von Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759), ist nun in der Pfarrkirche St. Lambertus aufgeführt worden.

Der Kirchen- und Projektchor an St. Lambertus, die Philharmonie Düsseldorf, die Solisten Susan Kuhlen (Sopran I), Prof. Mechtild Georg (Sopran II), Marcus Ullmann (Tenor) und Manfred Bühl (Bass) boten unter der Leitung von Kantor Emanuel Knauer eine Leistung, welche die Besucher in der voll besetzten Kirche zu wahren Beifallsstürmen hinriss.

In drei Teilen hat Händel mit seiner Musik, die von Mozart bearbeitet wurde, aus Bibelzitaten des Neuen und vorwiegend Alten Testamentes eine zeitlos gültiges Werk geschaffen, das in seinem musikalischen Reichtum seines gleichen sucht.

Im ersten Teil geht es um die Ankündigung des Messias, seine Geburt und sein Leben, im zweiten um die Erlösung durch sein Leiden und im dritten um die Überwindung des Todes. Händel nennt sein Werk „Messias“. Diesem Wort entspricht das griechische Christus (dies ist übrigens das kürzeste Glaubensbekenntnis, nämlich dass dieser Jesus der Gesalbte und Gesandte Gottes ist.)

Was den Messias besonders auszeichnet, ist die Tatsache, dass es nicht um verbiesterte theologische Diskussionen geht, weder alleinseligmachend-katholisch noch staubtrocken-evangelisch, sondern um den eigentlichen Kern der Heilsgeschichte. Und dass dies so ist, wird in dem gewaltigen Schlusschor „Amen. Amen. Amen“ bestätigt: Wahrlich, so ist es!

Der musikalische Höhepunkt des Werkes neben vielen anderen Höhepunkten war sicherlich das „Halleluja“ am Ende des zweiten Teiles. Und dies wurde auch von den Zuhörern so empfunden, die mit minutenlangen Ovationen ihre Begeisterung ausdrückten. Hier entfaltete der Chor seine außerordentliche musikalische Kraft. Und vielleicht hat sich auch der liebe Gott über dieses „Preiset Jahwe“ gefreut.

In einem ausführlichen Begleitheft wurden die Mitwirkenden und die Texte vorgestellt, so dass die Zuhörer einmal darüber informiert wurden, wer an dieser großartigen Aufführung beteiligt war, und zum anderen auch inhaltlich dem Geschehen im Chorraum folgen konnten.

Besonders hervorzuheben ist die Leistung von Kantor Knauer, der von Anfang bis Ende die Spannung des Werkes aufrecht hielt und seine Musiker zu Höchstleistungen anspornte. Dabei verstand er es, den Inhalt der einzelnen Texte musikalisch zu interpretieren und für ein ausgewogenes Miteinander der einzelnen Mitwirkenden zu sorgen. Sein Dirigat war auch eine große physische Leistung.

Nach fast drei Stunden intensiven Zuhörens verließen die Besucher die Kirche, nicht erschöpft, sondern voller eindringlichen Erlebens.

(hl)
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