Wassenberg: Konkrete Fragen beim Wahlkampfendspurt in der Schule

Wassenberg: Konkrete Fragen beim Wahlkampfendspurt in der Schule

„Wie wollen Sie die bundesweite Anerkennung des Abiturs regeln, damit wir als Gesamtschüler die gleiche Wertschätzung wie die Gymnasiasten erfahren?“ „Soll es beim Abitur nach acht Jahren bleiben oder wird es auch wieder die Möglichkeit geben, das Abitur nach neun Jahren zu machen?“ Die Schüler der 12. und 13. Jahrgangsstufe der Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg hatten konkrete Fragen und forderten klare Antworten.

Fünf Tage vor der Bundestagswahl stellten sich die Bundestagskandidaten für den Kreis Heinsberg in einer zweistündigen Podiumsdiskussion — initiiert von der Schülervertretung rund um Schülersprecherin Hannah Redmann —den Fragen der Schüler. Hans-Josef Dederichs (Grüne), Katharina Lenzen (Piraten), Hermann Nabel (AfD), Wilfried Oellers (CDU), Norbert Spinrath (SPD) und Linus Stieldorf (FDP) waren nach Wassenberg gekommen, um bei den Erstwählern Punkte zu sammeln.

Die Lehrer Lisa Julius und Dr. Ludger Herrmann übernahmen die Diskussionsleitung und gaben ein klares Ziel aus: Die „Unterscheidbarkeit der Parteien zu den verschiedenen Positionen“ herauszuarbeiten und damit „Hilfestellung für die Wahlentscheidung“ der wahlberechtigten Schüler zu geben.

In einer kurzen Vorstellungsrunde stellten sich die Kandidaten vor. Die politischen Statements mit den bekannten Zitaten aus den Wahlprogrammen folgten, bei denen erste Profilunterschiede für die Schülerschaft sichtbar wurden. Frische erhielt die Podiumsdiskussion, wenn faktisch nicht korrekt Aussagen (Stieldorf von der FDP gab an „80 Milliarden“ und meinte 80 Millionen im Bildungshaushalt in NRW) eingebracht wurden, was umgehend durch Dederichs (Grüne) und Spinrath (SPD) korrigiert wurde.

Weitere Themenbereiche (Berufseinstieg; dem Giftgaseinsatz in Syrien militärisch antworten?) wurden aufgrund des Zeitrahmens nur kurz angerissen. Nach fast zwei Stunden bedankte sich Schülersprecherin Hannah Redmann bei Kandidaten und Schülern und war sich sicher, dass diese Form des direkten Austauschs zwischen Politik und Wählerschaft hilfreich für eine Wahlentscheidung sei. Der Beifall zeigte, dass das Angebot angekommen war.

Eine Fortsetzung des Themas „Wahlen“ hat die Gesamtschule heute vorgesehen. Die Klassen neun bis elf werden an der „Juniorwahl 2013“ teilnehmen. In Wahlkabinen können die Schüler ihre Stimme abgeben. Die Auswertung erfolgt in der nächsten Woche und wird mit dem Wahlergebnis der Bundestagswahl verglichen.

(jb)